Borgel Elementbau: Frischer Wind auf bewährten Wegen

Bei Borgel Elementbau übernimmt die nächste Generation das Ruder.

Sven Borgel (Geschäftsführer), Stefan Wagener (Geschäftsführer), Wolfgang Borgel (Gründer), Niels Borgel (Geschäftsführer) (v.l.) (© Gerd Lorenzen)
Sven Borgel (Geschäftsführer), Stefan Wagener (Geschäftsführer), Wolfgang Borgel (Gründer), Niels Borgel (Geschäftsführer) (v.l.) (© Gerd Lorenzen)

Es sind gut 1.200 Bauprojekte – viele davon in unserer Region, an denen das Familienunternehmen Borgel vorbeifahren und mit Fug und Recht behaupten kann: „Was man von außen sieht, das kommt von uns!“ Genau so lässt sich das Wesen des Elementbaus nämlich prägnant erklären. Tatsächlich ist aus dem 1998 in Hörstel gegründeten Unternehmen mittlerweile einer der führenden Anbieter für die Erstellung von Gebäudehüllen im Industrie- und Gewerbebau geworden. Europaweit verkleidet Borgel u.a. große Rechenzentren, Kraftwerke und Papierfabriken. Das vergleichsweise rasante Wachstum des Unternehmens auf heute über 70 Mitarbeiter ist typisch für einen echten Familienbetrieb, denn hier findet man besondere Leidenschaft und Engagement. Wolfgang Borgel hat ein gutes Gefühl dabei, sich jetzt langsam zurückzuziehen: „Meine Jungs waren schon früh mit ins Unternehmen eingebunden, haben in den Schulferien als Montagehelfer ausgeholfen, Ingenieurwesen studiert und mehre Jahre Berufserfahrung gesammelt.“ Heute gehöre Borgel in seinen starken Segmenten - Datencenter, Kraftwerksbau und Papierfabriken - europaweit zu den ersten Adressen und es gäbe noch viel Potenzial. „Ich werde weiter im Vertrieb tätig sein, Kontakte und Netzwerke betreuen“, so Wolfgang Borgel. Auch sein Kompagnon, Geschäftsführer Stefan Wagener, sieht den Einstieg der zweiten Generation positiv: „Wir erhoffen uns frischen Wind und wollen vermeiden, dass wir alten Hasen uns irgendwann in festgefahrenen Routen bewegen. Bei uns stehen alle Zeichen weiterhin auf Wachstum, wir bilden selbst aus, ermöglichen duale Studiengänge und freuen uns über qualifizierte Bewerbungen von Bau- und Projektleitern“, ergänzt Wagener. Gerade die Ausbildung bei Borgel hat einen besonders guten Ruf. Immer wieder werden die AbsolventInnen von der Handelskammer als Jahrgangsbeste ausgezeichnet. Das gute Arbeitsklima wirkt sich auch auf die beiden Tochterunternehmen, Borgel Umformtechnik GmbH und Borgel Dach- und Fassadentechnik GmbH, aus. Viele der Mitarbeiter bleiben über Jahrzehnte hinweg dem Unternehmen treu. Gleichzeitig kommen immer wieder junge Kolleginnen und Kollegen dazu. „Wir sind sehr stolz auf unser Team und das, was wir über die Jahre hinweg gemeinsam geleistet haben“, unterstreicht Wolfgang Borgel.

Besondere Herausforderungen locken immer wieder

Erfahrung und technisches Know-how haben dazu geführt, dass Borgel gerade bei außergewöhnlichen und komplexen Projekten eingesetzt wird. Sven Borgel: „Wir kennen uns aus, wenn es um möglichst anspruchsvolle Gebäudehüllen geht. Ab dem Rohbau kommen wir ins Spiel, liefern Fassade, Dacheindeckung, Dachabdichtung, Türen, Tore und Fenster aus einer Hand. Der Kunde und seine Bedürfnisse spielen dabei die wichtigste Rolle.“ Durch Borgels langfristige Kooperationen mit Lieferanten und Nachunternehmern in Europa hat das Unternehmen ein starkes Netzwerk geschaffen und kann so flexibel und zuverlässig auf die dynamischen Veränderungen im Markt sowie besondere Herausforderungen der Bauprojekte reagieren. Dieses Netzwerk sowie der Einsatz innovativer Dach- und Fassadenelemente ermöglichen kurze Liefer- und Bauzeiten bei gleichzeitig hoher Qualität. „Im Ergebnis bedeutet das: Wir haben extrem kurze Bauzeiten, das Gebäude ist nach kurzer Zeit regendicht und der Innenausbau kann viel schneller starten“, so Sven Borgel weiter. Alles Faktoren, die den Bauherren bares Geld sparen. Ingenieurbüros, Architekten, mittelständische Unternehmen und auch große Industrie- und Gewerbebetriebe gehören klassischerweise zum Kundenstamm von Borgel. Beeindruckende Bauten zieren die Webseite des Unternehmens. „Spannend ist immer der Weg dahin“, erläutert Niels Borgel. „Besondere Herausforderungen können die engen Platzverhältnisse vor Ort sein oder dass der Betrieb aufseiten des Kunden ohne größere Einschränkungen weiterlaufen muss. Auch die Komplexität der Projekte spielt eine besondere Rolle. So haben wir beispielsweise das Steinkohlekraftwerk in Maasvlakte in den Niederlanden, baugleich wie das in Datteln, mit einer Höhe von 125 Metern verkleidet.“ Zugleich ist Borgel sehr stark in der eigenen Region aktiv. So ist das Unternehmen bereits über Jahre hinweg erster Ansprechpartner, wenn es um die stetige Erweiterung der Fertigungsanlagen von Schumacher Packaging am Flughafen Münster-Osnabrück geht. Stefan Wagener: „Hier schätzt der Kunde besonders, dass wir mit speziellen, hochwertigen DOMICO-Dach- und Fassadenelementen sehr kurze Bauzeiten realisieren können.“

Neueste Technologie schützt vor Überraschungen

Borgel gehört zu den wenigen Fassadenbau-Unternehmen, die Projekte nach der Methode Building Information Modeling (BIM) abwickeln. Hinter BIM verbirgt sich ein ausgereiftes System, das den Entstehungsprozess eines Bauprojektes sozusagen ganzheitlich abbilden kann. Auf Basis eines intelligenten 3D-Modells, aktiviert durch eine Cloud-Plattform, integriert BIM alle wichtigen Daten schon in der Planungsphase. Niels Borgel: „Damit können wir ein Objekt über den gesamten Lebenszyklus hinweg darstellen, auch bezogen auf den laufenden Betrieb. Gerade bei großen Bauvorhaben, wo wir Terminvorgaben und Kostenziele erfüllen müssen, hilft uns das sehr. BIM ist sozusagen ein digitaler Zwilling des echten Baus. Schon im Vorfeld erkennen wir mögliche Probleme. Während der Bauausführung haben wir die ganze Zeit die Kontrolle und erkennen sofort, wenn es irgendwo Abweichungen gibt.“ Besonders kundenfreundlich: Nach dem Ende der Baumaßnahme bekommt das Facility Management den digitalen Zwilling ausgehändigt. Gibt es später Fragen oder Probleme im laufenden Betrieb, kann man die entsprechende Stelle der Fassade am Computer anklicken und findet dort wichtige Details sowie den richtigen Ansprechpartner. Sven Borgel: „Überhaupt hat sich der industrielle Bau in den letzten Jahrzehnten stark verändert. BIM ermöglicht es uns, auf diese Veränderungen kompetent zu reagieren.“

Nachhaltigkeit und Ästhetik Hand in Hand

Früher mussten Produktionsstätten funktional sein, die Optik blieb dabei oft auf der Strecke. Niels Borgel: „Hier hat sich viel verändert. Wir können heute auf so vielfältige Materialien zugreifen. Es gibt Sandwich-Elemente, Aluminium-, Stahl- und Glas-Fassadenteile, die ihren Zweck erfüllen, aber auch ansprechend aussehen. Die bauphysikalischen Anforderungen sind gewachsen. Wir verfügen über ein gutes Netzwerk von Herstellern in ganz Europa. Energiesparende Elemente, Lichtbänder, Dichtfolien, das sind alles Beispiele für zeitgemäßes Bauen.“ Und auch das Thema Nachhaltigkeit spielt im Elementbau eine wichtige Rolle. Gerade bei großen Gewerbebauten bietet es sich ja an, eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. „Wir stimmen uns mit den anderen Gewerken ab, wenn Lasten aufs Dach gebracht werden müssen oder besondere Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Ein reibungsloser Bauablauf ist damit immer gewährleistet“, ergänzt Sven Borgel. Das Unternehmen baut auch nach KFW-Standards oder nach der DGNB-Zertifizierung, die die Nachhaltigkeit von Gebäuden berücksichtigt. Die Metallfassaden lassen sich eins zu eins wieder dem Wertstoffkreislauf zuführen. Spätestens bei der Nachhaltigkeit schließt sich noch ein anderer Kreis: So wie jetzt gerade die Firma in die Hände der nächsten Generation übergeben wird, soll es im besten Fall doch noch weiteres Wachstum und irgendwann einen erneuten Führungswechsel innerhalb der Familie geben können.
Daniela Prüter | redaktion@regiomanager.de

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Ausgabe 01/2022