mpAERO: Plasma als Virenkiller

Plasmatechnologie wird bereits erfolgreich in der Weltraumfahrt und der Medizin eingesetzt. Jetzt kann mithilfe dieser innovativen Hightech auch tödlichen Viren der Garaus gemacht werden.
Wolfgang Schilling und Markus Pöhlitz (v. l.) (© Holger Bernert)
Wolfgang Schilling und Markus Pöhlitz (v. l.) (© Holger Bernert)
In der Raumluft lauert die Gefahr. Das haben Aerosol-Forscher festgestellt. Neben Schutzmasken und regelmäßigem Stoß- und Querlüften fordern sie mobile Raumluftreiniger überall dort, wo sich viele Menschen über einen längeren Zeitraum in geschlossenen Räumen aufhalten müssen. Die Wissenschaftler empfehlen, diese Geräte in Büros, Schulen oder Pflegeheimen aufzustellen. Doch welcher Luftreiniger ist in Pandemiezeiten der richtige? „Seit Jahren hat sich die Plasmatechnik in diesem Bereich bewährt“, so die Antwort von Wolfgang Schilling von der mpAERO GmbH in Ibbenbüren. Seit Ende vergangenen Jahres vertreibt er mobile Luftreiniger, die auf innovativer plasmaNorm-Technologie basieren. Damit möchte sein Unternehmen aktiv zur Eindämmung und Risikominimierung einer Infektion mit dem Coronavirus beitragen. Während andere Luftreiniger die Umgebungsluft nur filtern, beseitigt die plasmaNorm-Technologie die in der Raumluft vorhandenen Schadstoffe. „Im direkten Aufstellungsumfeld des Gerätes sogar bis zu 100 Prozent“, sagt der Geschäftsführer. „Unser Ziel ist, mikrobiologische Organismen, Viren und deren Mutationen, Allergene wie Pollen, Keime oder Bakterien sowie gasförmige Schadstoffe, Zigarettenrauch und unerwünschte Gerüche komplett zu eliminieren.“

Effektiver Wirkungsgrad

Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Die mobilen Luftreiniger saugen die Raumluft an. Ein Vorfilter befreit die Luft zuerst von Feststoffen und sichtbaren Partikeln. Je nach Gerät werden vom verbauten Hochleistungsventilator zwischen 400 und 675 Kubikmeter Raumluft in der Stunde angesaugt. Im Innern leitet dann die patentierte plasmaNorm-Technologie den Reaktions- und Oxidationsprozess ein. „Dabei arbeiten unsere Geräte umweltfreundlich und nachhaltig“, versichert der Dipl.-Kaufmann. Ein weiterer Vorteil: Durch den Luftreinigungsprozess tritt kein Wärmeverlust auf. Während der ständigen Zirkulation wird die warme Luft in der kalten Jahreszeit gleichmäßig im Raum verteilt. Durch diesen Effekt kann das Raumthermostat um ein bis zwei Grad heruntergeregelt werden, was zu geringeren Heizkosten führen kann. Alle Bauteile werden in Ibbenbüren gefertigt und zusammengesetzt. Für die technische Umsetzung ist Markus Pöhlitz zuständig. „Wir sind die Lizenznehmer der von plasmaNorm entwickelten Technologie. Gemeinsam mit unserem Partner mpAERO wollen wir bis Jahresende 3.000 mobile Luftreiniger produzieren und verkaufen.“ Herzstück der mobilen Luftreiniger ist das sogenannte Reaktionsmodul, in dem der eigentliche physikalische Prozess stattfindet. „Diese bewährte Technik setzen wir bereits seit vielen Jahren in anderen technischen Lösungen zur Luftreinigung ein. Unsere mobile Lösung ist eine technische Weiterentwicklung. Die beiden Raumluftreiniger primAERO und minAERO basieren auf dieser Technologie.“

Plasmatechnologie

Seit vielen Jahren wird die Plasmatechnologie in der Oberflächenbearbeitung von Werkstoffen, der Raumfahrt, der Medizin und in der Abwasser- und Luftreinigung eingesetzt. Dabei besteht die in den 1990er Jahren entwickelte plasmaNorm-Technologie in den mobilen Raumluftreinigern aus drei Wirkungsstufen: In der Vorabscheidung wird die angesaugte Raumluft von Feststoffen wie Haaren und sichtbaren Partikeln befreit. Anschließend durchströmt die Luft das Reaktionsmodul und strömt dabei an einer Hochspannungsentladungsquelle vorbei. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einem nicht thermischen atmosphärischen Plasma. „Hier werden Atome in einem hohen Maß ionisiert und es kommt zu Stoßreaktionen durch die freigesetzten Elektronen“, erklärt Markus Pöhlitz. „In einem chemischen Oxidationsprozess kommt es außerdem zur Zerstörung von Radikalen auf molekularer Ebene. Die bis dahin nicht oxidierten Verbindungen werden in einem Carbon-Speicherreaktor absorbiert, zurückgehalten und dort zur Oxidation gebracht.“ So sorgen die mobilen Raumluftreiniger von mpAERO für eine einzigartig hohe Luftreinigungsleistung von nahezu 99 Prozent. Wie externe Gutachten belegen, strömt saubere Luft aus den Geräten. Sauerstoff, Luftfeuchtigkeit und CO2 bleiben erhalten. Dieses einzigartige Verfahren sorgt für eine extrem lange Lebensdauer des Carbon-Filters. „Ein kostenintensiver Filterwechsel entfällt“, spricht Wolfgang Schilling die minimalen Folgekosten der mobilen Raumluftreiniger von mpAERO an. „Unsere Geräte sind praktisch wartungsfrei. Nur der Abscheidevorfilter muss je nach Einsatzort alle 14 Tage in der Waschmaschine im 60-Grad-Programm gereinigt werden. Die Plasmastufe ist wartungsfrei und verbraucht nur sehr wenig Strom für den Betrieb.“ Darüber hinaus wurde die Wirksamkeit der Plasmatechnologie vom renommierten Leibniz-Institut für Plasmaforschung in Greifswald und vom Hygieneinstitut HYBETA in Münster wissenschaftlich belegt.

Bauhaus lässt grüßen

Verpackt ist der neue mobile Raumluftreiniger primAERO 675 aus dem münsterländischen Ibbenbüren in einem Gehäuse, das stark an den Bauhaus-Stil erinnert. „Durch das elegante Design fügt sich das Gerät prima in bestehende Raum- und Gestaltungskonzepte ein“, meint Markus Pöhlitz, der gemeinsam mit seinem Team die Form konzipiert hat. Doch nicht nur optische Gründe sind für das Design ausschlaggebend. „Um ein optimales Strömungsverhalten gewährleisten zu können, haben wir die Grundform und die Luftaustrittsöffnungen entsprechend gestaltet.“ Die Perspektive der beiden Geschäftsführer ist auf Langlebigkeit und Nachhaltigkeit ausgelegt. „Made in Germany“ ist für sie der Garant dafür. „Daher verwenden wir für unsere mobilen Raumluftreiniger nur wiederverwertbare Materialien. Hinzu kommt der nahezu wartungsfreie Betrieb der Geräte.“ Für die Zukunft fordern Wolfgang Schilling und Markus Pöhlitz ein deutliches Umdenken der verantwortlichen Politiker, denn bisher werden nur Geräte staatlich gefördert, die auf veralteter HEPA-Filter-Technik basieren. „Wir sind mit unserer Plasmatechnologie schon viele Schritte weiter“, sagen die beiden selbstbewusst.
Holger Bernert | redaktion@regiomanager.de

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Ausgabe 02/2021

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