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Die beiden Erweiterungshallen links wurden durch die Gronau GmbH geplant und gebaut Quelle: Formzeug GmbH
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Gronau

Seit Generationen verbunden

Der expandierende Kunststoffteile-Hersteller Formzeug aus Wegberg setzt seit vielen Jahren auf die Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmer Gronau. So entstanden Erweiterungsbauten und jetzt das Baukonzept für den neuen zweiten Standort.



Die Zusammenarbeit der beiden Wegberger Unternehmen Gronau GmbH & Co. KG und Formzeug GmbH & Co. KG darf als eine gemeinsame Erfolgsgeschichte betrachtet werden. „Wir sind bei unseren Projekten nicht auf den schnellen Euro aus, sondern bauen auf eine langfristige, vertrauensvolle Partnerschaft“, sagt Benjamin Gronau, Geschäftsführer in dritter Generation bei Gronau. Gelungen ist das schon mit zahlreichen Kunden, die immer wieder auf das Familienunternehmen zurückgreifen – sei es als Generalunternehmer, Bauplaner oder Architekt.

Planung von Erweiterungsbauten

Auch wenn Formzeug bereits zehn Jahre vor der Firma Gronau gegründet wurde, verbindet die beiden Firmen eine drei Generationen überdauernde Geschichte. Die damalige Gründergeneration mit Siegmund Gronau und Karl-Heinz Siebel kannte sich über gemeinsame sportliche Aktivitäten, die beiden waren aber noch nicht in geschäftlicher Beziehung zueinander getreten. Formzeug hatte bereits drei Jahre vor der Gronau-Gründung den neuen Standort im Industriegebiet Wegberg-Berg gebaut und bezogen. Der private Kontakt der beiden sorgte aber dafür, dass Ende der 1990er-Jahre die zweite Generation mit Wolfgang Siebel und Klaus Gronau den ersten Erweiterungsbau auf dem Gelände in Angriff nahm. „Nachdem unser Bedarf geklärt war, mussten wir uns um nichts mehr kümmern“, erinnert sich Wolfgang Siebel. „Gronau hat uns alles abgenommen: von der konkreten Planung bis zur Schlüsselübergabe – Behördenkommunikation und notwendige Genehmigungen eingeschlossen.“ Der Diplom-Ingenieur lobt dabei nicht nur die termin- und budgettreue Fertigstellung, sondern vor allem die hervorragende Beratung. „Schon in der Planungsphase haben uns die Gronaus wichtige Ratschläge gegeben, wo sich möglicherweise Kosten sparen lassen und an welchen Stellen man das besser bleiben lässt. So hat sich schon früh eine vertrauensvolle Basis aufgebaut, die sich bis heute hält.“ Auf die 1.600 Quadratmeter große Halle im Jahr 1999 folgte 13 Jahre später eine weitere Halle, die die Produktions- und Lagerfläche um weitere 1.000 Quadratmeter auf aktuell insgesamt fast 8.000 Quadratmeter wachsen ließ – inklusive angemieteter Fläche auf dem Grundstück gegenüber. Bei beiden Anbauten schätzte Siebel besonders, dass auch die notwendigen Arbeiten rund um die Gebäude, von unterirdischen Leitungsverlegungen über Pflasterarbeiten bis hin zu Asphaltierungen, ebenso verlässlich und reibungslos erledigt wurden wie der Hallenbau selbst. Zwischendurch wurde die Gronau GmbH immer wieder auch für kleinere Problemstellungen auf dem Grundstück zurate gezogen. „Wir haben hier einen sehr pragmatischen Weg der Zusammenarbeit gefunden“, sagt Benjamin Gronau. „Da lässt sich auch mal der Aufbau einer Leichtbauhalle planen, nachdem sie bereits gekauft ist“, erinnert er sich mit einem leichten Schmunzeln.

Neubau im Siemensweg

Nachdem die bisherigen Großprojekte der Formzeug GmbH in der zweiten Generation bearbeitet wurden, sind im aktuellen Neubauvorhaben inzwischen die Enkel eingebunden. Zwar ist aufseiten des Kunststoffteile-Herstellers Wolfgang Siebel noch hauptsächlich verantwortlich, aber Sohn Christian ist als Leiter der Fertigung mit im Boot. Weil die Expansionskapazitäten am Unternehmensstandort ausgereizt sind und die angemietete Fläche mittelfristig verloren gehen wird, musste sich Formzeug nach Alternativen umsehen. In rund 500 Metern Entfernung entsteht im Siemensweg auf rund 2.000 Quadratmetern eine neue Produktions- und Lagerhalle mit Verwaltungsgebäude und Sozialräumen. Das jetzt bebaute Grundstück konnte aus dem Besitz der Firma und Familie Driescher gekauft werden. „Es war ein großer Vorteil und eine immense Entscheidungshilfe, dass Albrecht Driescher als Inhaber der Wegberger Firma Driescher und Mitgesellschafter von Formzeug uns das Ankaufangebot gemacht hat“, sagt Wolfgang Siebel. Die Planung für die neuen Gebäude in Schlagdistanz zum Formzeug-Stammwerk ist dabei bereits auf weiteres Wachstum ausgelegt. Aufseiten von Formzeug werden sie durch Philipp Driescher begleitet. Er ist Sohn von Albrecht Driescher, Mitgesellschafter von Formzeug und hier verantwortlich für Lager, Versand, Logistik und Spezialverpackungen. „Wir berücksichtigen Elemente, die für einen singulären Baukörper nicht unbedingt notwendig wären“, sagt Benjamin Gronau. „Unter Berücksichtigung von Produktionsabläufen, logistischen Prozessen sowie brandschutz- und sicherheitsplanerischen Aspekten haben wir das Gebäude so geplant, dass sich jederzeit Erweiterungsbauten realisieren lassen, ohne dabei die vorhandene Struktur umfangreich überplanen zu müssen.“ So könne das Unternehmen in Zukunft sowohl in der Höhe wie auch in der Breite wachsen.

Die bisherigen Erfahrungen mit der Gronau GmbH haben sich für Wolfgang Siebel auch in diesem Bauvorhaben wieder bestätigt. „Wir haben Gronau als absolute Fachmänner kennengelernt, die nicht nur technisch wissen, was sie tun, sondern auch die Ansprüche unserer Branche verstehen und immer auch die Kostensituation im Blick haben. Die Ergebnisse waren immer mehr als zufriedenstellend und selbst im Nachhinein auftretende Probleme wurden schnellstens und unkompliziert behoben.“ So ist auch der Neubau voll im Zeitplan. Anfang Dezember 2017 konnte der Rohbau abgenommen werden, die umfangreichen Infrastruktur- und Elektroinstallationen wurden im Januar dieses Jahres begonnen. Im März/April soll die Produktion anlaufen. Dafür investiert Formzeug auch in neue Maschinen. Auf eine gute Erfahrung mit Gronau wird Siebel allerdings am neuen Standort gerne verzichten: die Brandsanierung zu Beginn des vergangenen Jahres. Ende Januar wurden Kunststoffteile vor der 2012 erbauten Halle von einem Brandstifter entzündet und die Flammen waren auf das Gebäude übergegriffen. Wände und Teile der Dachkonstruktion waren zerstört und mussten erneuert werden. Gronau vollzog die Instandsetzungsarbeiten im laufenden Betrieb. „Dadurch hatten wir den einzigen Produktionsausfall durch die in Mitleidenschaft gezogenen Maschinen.“

Gemeinsames Wachstum

So ist das Wachstum der Gronau GmbH in Teilen auch dem Geschäftserfolg von Formzeug zuzuschreiben. Gegründet wurde das Unternehmen 1965 durch Heinz Driescher, Inhaber des gleichnamigen Wegberger Schaltanlagenbauers, zusammen mit seinen Prokuristen. Damit sollten Zulieferelemente in den eigenen Reihen gehalten werden. Driescher war über zehn Jahre der einzige Kunde für das junge Spritzgussunternehmen. Heute gehören die Maschinenbaubranche, Labore, Sonnenbankhersteller oder die Automobilindustrie zum Kundenkreis von Formzeug. Die Produktion von Großteilen entstand erst zu Beginn des neuen Jahrtausends aus einem Bedarf bei Sonnenbänken heraus. Damals kaufte Wolfgang Siebel eine gebrauchte Maschine, um damit ein neues Kompetenzfeld aufbauen zu können. Der Erfolg mit den neuen Produkten war Ansporn, auch anderen Kunden Großteile im Spritzgussverfahren anzubieten. Das erleichterte während der Wirtschafts- und Finanzkrise auch den Einstieg in die Automobilbranche. Die Werkzeugbausparte des Unternehmens bedient ausschließlich den Bedarf der Spritzguss-Kunden. Aber auch hier mussten immer größere Werkzeuge gebaut werden, was auch den Maschinenpark wachsen ließ. Der erhöhte Platzbedarf konnte dank der planerischen Kompetenz der Gronau GmbH umgesetzt werden. Am neuen Standort wird die Großteile-Produktion inklusive Lagerung untergebracht. Insbesondere die hohen Stückzahlen für die Automobilindustrie haben die Kapazitäten an ihre Grenzen gebracht.
Das Familienunternehmen Gronau wurde 1975 vom Ende vergangenen Jahres verstorbenen Siegmund Gronau gegründet und heute in dritter Generation geführt. Geschäftsführer sind die beiden Söhne des Gründers, Klaus und Lutz, sowie die Enkel Björn und Benjamin. Alle vier bringen ihre Kompetenz als Diplom-Ingenieure in den Betrieb mit ein und setzen bei den Kunden wie Formzeug auf langjährige Zusammenarbeit.

Ausgabe 01/2018