Gronau: In 14 Monaten zur neuen Zentrale

Gronau errichtet für seinen Nachbarn, die INperfektion GmbH, ein Gebäude mit Einblick.

Gronau-Geschäftsführer Benjamin Gronau (Mitte) mit den INperfektion-Gründern Carsten Finke (li.) und Ralf Aldenhoven (© Frank Wiedemeier)
Gronau-Geschäftsführer Benjamin Gronau (Mitte) mit den INperfektion-Gründern Carsten Finke (li.) und Ralf Aldenhoven (© Frank Wiedemeier)
Die gemeinsame Geschichte der INperfektion GmbH und der Gronau GmbH & Co. KG beginnt im September 2019. INperfektion, auf Automatisierungslösungen in Industrie und Logistik spezialisiert, wächst seit der Gründung kontinuierlich. Von 500.000 Euro im ersten Geschäftsjahr steigt der Umsatz auf 3,0 Millionen Euro netto im Jahr 2019. Auch in den Folgejahren wächst das Unternehmen weiter. Irgendwann steht fest: Die bisherigen Räumlichkeiten reichen nicht mehr aus – ein Neubau muss her. Da liegt es im wahren Wortsinn nahe, Experten aus dem unmittelbaren Umfeld anzufragen. Auch Gronau sitzt im sogenannten „Wegberg-Oval“, dem Gewerbegebiet der Stadt. Gemeinsam durch die Pandemie Das erste persönliche Treffen findet im Januar 2020 statt. Geschäftsführer Benjamin Gronau und die INperfektion-Gründer Carsten Finke und Ralf Aldenhoven verstehen sich auf Anhieb. „Es war sofort ein sehr guter Austausch auf Augenhöhe“, sagt Benjamin Gronau. Dem Projekt scheint nichts mehr im Wege zu stehen. „Doch dann kam Corona“, erinnert sich Ralf Aldenhoven. Anfang März 2020 geht alles ganz schnell: Der Kreis Heinsberg, in dem Wegberg liegt, gilt bundesweit als Corona-Hotspot. Er wird über Nacht zu einem Synonym für die Pandemie. In jenen Tagen meldet sich ein Kunde bei Carsten Finke: „Er teilte uns mit, dass wir die laufende Inbetriebnahme abbrechen müssten – wir dürften sein Werk bis auf Weiteres nicht mehr betreten.“ Und dabei bleibt es nicht. Ein Auftrag nach dem anderen wird auf Eis gelegt oder sogar storniert. Doch das Team wirft nicht etwa die Flinte ins Korn. In langen Wochen voller schlafloser Nächte gelingt es in einem gemeinsamen Kraftakt, mit Mut und Entschlossenheit, diese Krise zu bewältigen und weiter an der Zukunft zu arbeiten. Und dazu gehört für Carsten Finke und Ralf Aldenhoven auch, am Neubau-Projekt festzuhalten. Partner Gronau steht weiter an ihrer Seite. Mit nur etwa einem Jahr Verzögerung ist es nun so weit: Anfang April 2022 erfolgt auf einer freien Fläche, zwischen dem bestehenden Bürogebäude und der Montagehalle, der erste Spatenstich für das neue Firmengebäude an der Friedrich-List-Allee. Es wird insgesamt rund 1.400 Quadratmeter Bürofläche auf drei Etagen besitzen und rund 3,8 Millionen Euro kosten. Es bietet Platz für rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Frühjahr 2023, nach 14 Monaten Bauzeit, werden auch mindestens acht neue Arbeitskräfte einziehen. Die INperfektion erhält für die neuen Arbeitsplätze den maximalen Förderbetrag vom 1,8 Millionen Euro, der im letzten Jahr – einmalig in dieser Höhe – zu erhalten war. Darüber hinaus gibt es eine circa zehnprozentige Förderung aus dem BEG-Förderprogramm der KfW für energieeffizientes Bauen. „Wir errichten ein Effizienzhaus 40 EE“, erklärt Benjamin Gronau. Vorgesehen sind unter anderem eine kontrollierte Lüftungsanlage, eine Wärmepumpenanlage sowie Photovoltaik auf dem Flachdach. Die Gronau GmbH & Co. KG realisiert das Vorhaben von der ersten Skizze bis zur schlüsselfertigen Übergabe.

Showroom im Zentrum

Den Mittelpunkt des Gebäudes wird der Showroom bilden. In ihm sollen beispielsweise Roboter-Applikationen oder Sondermaschinen besonders zur Geltung kommen. Viel Glas sorgt für Transparenz sowohl nach außen – die Front ermöglicht Passanten interessante Einblicke – als auch im Inneren. „Der Showroom ist aus allen drei Etagen einsehbar“, erklärt der Architekt. Die Gestaltung soll auch die Kommunikation fördern. Außer dem Empfangsbereich und den Büros ist ein großer Schulungsraum in der dritten Etage vorgesehen. Für Pausen bietet sich die großzügige Dachterrasse an. „Wir wollen, dass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen“, sagt Ralf Aldenhoven. „Diesen Wunsch setzt Gronau optimal um.“ Die Gronau GmbH & Co. KG vereint zwei Kompetenzbereiche unter einem Dach: die Planung und die Bauausführung als Generalunternehmer. Entwürfe für Bauvorhaben sowie umfassende Konzeptionsplanungen werden für Projekte in ganz Deutschland erstellt. Für eine Bauleitung ist NRW das Haupteinsatzgebiet. „Weiter als anderthalb Autostunden sollte die Baustelle nicht von unserem Büro entfernt liegen. Wir wollen täglich vor Ort sein“, betont Benjamin Gronau. Projekte für den Mittelstand bilden das Kerngeschäft. Zudem haben sich die Wegberger einen Namen in der Nische „Lebensmitteleinzelhandel“ gemacht. Erst kürzlich haben sie einen neuen Rewe-Markt in ihrer Heimatstadt fertiggestellt. Dabei punktet das 18-köpfige Team aus Architekten, Bauingenieuren und Technikern mit zwei Versprechen: „Wir stehen zu einem fixen Preis und zu einem fixen Übergabetermin“, betont Benjamin Gronau. Insbesondere die Einhaltung des Zeitplans sei nur dank langjähriger Partnerschaften möglich. „Dadurch sind wir in der glücklichen Lage, immer die passenden Fachleute an der Hand und vor allem auf den Baustellen zu haben.“

Viele am Erfolg beteiligt

Teamwork war auch schon vor Beginn des INperfektion-Baus angesagt: „An dem Erfolg waren diverse Akteure, Unternehmen und Institutionen beteiligt“, betont Carsten Finke. „Nur gemeinsam haben wir es geschafft, unseren Förderantrag bei der NRW.BANK erfolgreich abzuschließen.“ Das „Regionale Wirtschaftsförderprogramm (RWP) NRW“ unterstützt die Baupläne des Unternehmens als Arbeitsplatz schaffendes Vorhaben für die gewerbliche Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Die NRW.BANK als Förderbank des Landes NRW bezuschusst so gewerbliche Investitionen, durch die neue Dauerarbeitsplätze in den strukturschwachen Regionen des Landes geschaffen werden. Carsten Finke und Ralf Aldenhoven freuen sich nun mit Benjamin Gronau auf die gemeinsame Realisierung des Projekts im „Wegberg-Oval“.

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Ausgabe 01/2022

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