Reifen Heinen: Reifen rollen just in time

Heinen liefert jährlich rund 650.000 Pneus aus.
(© Gerd Lorenzen)
(© Gerd Lorenzen)
Ob AC, W, BN oder BOH – Autos aus den unterschiedlichsten Gegenden Nordrhein-Westfalens rollen mit Pneus aus Grefrath über die Straßen an Rhein, Ruhr und Wupper. Die Reifen stammen aus dem Lager von Reifen Heinen. Etwas versteckt gelegen, am Rande eines Gewerbegebiets nahe der B 509 zwischen Kempen und Nettetal, stapeln sie sich bis zur Decke. Vor einigen Jahren musste das Familienunternehmen seine Kapazitäten erweitern. „2.500 Quadratmeter kamen hinzu“, erzählt Kai Heinen (40), der den Betrieb zusammen mit seinem fünf Jahre jüngeren Bruder Michel führt. Somit verfügt der Betrieb nun über mehr als 10.000 Quadratmeter Lagerfläche. Diese reichen für rund 125.000 Reifen. Sie werden nicht einfach übereinandergelegt, sondern ineinandergesteckt – das spart Platz im Reifenregal.

Direkt vom Hersteller

Jeder einzelne Pneu hat nur eine kurze Verweildauer in Grefrath. „Unsere Reifen liegen nicht lange“, betont Kai Heinen. „Wareneingang und Abverkauf laufen parallel.“ Den Großteil ihrer Waren bezieht die GmbH direkt von der Industrie. Besonders hektisch geht es in den Monaten März bis Mai sowie Oktober und November zu. Dann herrscht bekanntlich „Wechselstimmung“ im Land. In diesen Stoßzeiten verlassen bis zu 5.000 Exemplare am Tag die Hallen. Doch auch zwischen „O und O“ – zwischen Ostern und Oktober (und umgekehrt) – gibt es für das 35-köpfige Team genug zu tun. Unermüdlich sausen auch dann die Stapler übers Gelände. Denn Reifen von Heinen sind immer gefragt, sei es ein einzelner Ersatzreifen oder gleich eine ganze Transporter-Ladung.

Von Corona nicht betroffen

Die Niederrheiner beliefern vor allem Autohäuser, Werkstätten und kleinere Reifenhändler mit Endkundengeschäft. Ihr Sortiment umfasst Varianten für Pkw, SUV und Transporter. „Der „Renner“ seit mehreren Jahren sind – zumindest in den rheinischen Gefilden – die Allwetterreifen. Sie machen inzwischen bis zu 35 Prozent der Bestellungen aus. Die milden Winter machen’s möglich. „Im Jahr kommen circa 650.000 Reifen zusammen“, nennt Kai Heinen den Gesamtumsatz. Die Geschäftslage sei stabil, daran habe sich auch in Corona-Zeiten nichts geändert. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass zwar Millionen von Kilometer weniger im Pkw gefahren wurden (Stichwort Homeoffice), dafür aber der Online-Handel einen beispiellosen Boom erlebte.

Lieferung am Folgetag

Zudem hat der Name Heinen seit Jahrzehnten einen guten Klang in der Branche. Nach dem „Erfolgsgeheimnis“ gefragt, verweisen die Brüder auf die typische Heinen-Flexibilität. „Wer bis 17 Uhr bestellt, erhält das gewünschte Produkt bereits am Folgetag“, sagt Kai Heinen. Ein Anruf genügt, natürlich kann inzwischen auch digital bestellt werden. Mit 15 eigenen Fahrzeugen liefert das Unternehmen in einem Radius von rund 100 Kilometern aus. Feste Touren sorgen für Verlässlichkeit. „Just in time“ lautet die Devise. „Unsere Lieferfahrer haben den wichtigsten Job“, betont der Geschäftsführer. „Sie haben täglich Kontakt mit unseren Kunden und bekommen unmittelbar Feedback.“ Gute Fahrerprofis könne man gar nicht genug haben, spielt Kai Heinen auf den Fachkräftemangel in dieser Branche an. Man komme zwar derzeit personell gut über die Runden. Aber: „Wir freuen uns immer über aussagekräftige Bewerbungen.“ Sitzen die Kunden weiter weg, kommen die Reifen per Zustelldienst. „In ganz dringenden Fällen kommen Kunden auch schon mal persönlich vorbei und holen die Reifen selbst bei uns ab“, erzählt Kai Heinen. Eine enge Kooperation besteht mit dem südkoreanischen Hersteller Hankook. „Wir freuen uns, dass wir mit Hankook Deutschland professionell zusammenarbeiten und immer die neuesten Infos bekommen. So können wir unsere Kunden stets gut und umfassend beraten.“ Doch auch andere namhafte Reifenfirmen sind vertreten, von Michelin über Goodyear bis Vredestein. „Wir können jedes Produkt besorgen, sogar Oldtimer-Weißwandreifen oder Lkw-Reifen“, betont Kai Heinen.

In der Region verwurzelt

Die Unternehmerfamilie ist fest in der Region verwurzelt und hält dem Kreis Viersen die Treue. Vater Karl-Heinz eröffnete 1977 einen Montagebetrieb in Dülken. Mitte der 90er-Jahre zog er, inzwischen fokussiert auf den Reifenhandel, nach Grefrath. Der Gründer ist im Ruhestand, seit 2012 hat die zweite Generation das Ruder fest in der Hand. Im Unternehmen sind die Brüder, die beide einen kaufmännischen Background haben, bereits seit 20 Jahren tätig. „Im Laufe der Jahrzehnte haben wir uns einen großen Kundenstamm aufgebaut und finden auch immer wieder spannende Neukunden“, sagt Kai Heinen. Der Standort sei dafür ideal. „Von hier aus sind wir auch schnell im Ruhrgebiet und natürlich in den Niederlanden, wo ebenfalls Kunden sitzen.“ Bis zur Grenze sind es nur etwa 20 Kilometer. Auch das eigene Zuhause ist nur einen Katzensprung entfernt: Die gesamte Familie Heinen wohnt im Kreis Viersen. „Hier am Niederrhein kann man wunderbar leben und erfolgreich wirtschaften“, findet Kai Heinen. Das Firmenareal an der Lobbericher Straße befindet sich im Eigentum, eine Erweiterung wäre möglich. „Geplant ist zwar aktuell nichts. Doch es ist immer gut, wenn die Option für eine Kapazitätserweiterung vorhanden ist“, sagt der Reifen-Großhändler.
Daniel Boss | redaktion@regiomanager.de

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Ausgabe 03/2021

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Reifen Heinen

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