Skyline Express: Zusammen wachsen

Beim Recruiting geht ein Logistikdienstleister aus Lage neue Wege und überschreitet dabei gerne Grenzen.
Als Volker Sim zum ersten Mal die Bedeutung ausgeklügelter Logistik verstand, war er gerade einmal fünf Jahre alt. Von riesigen Frachtcontainern war damals allerdings noch nicht die Rede. Im Gegenteil: Weil der erste von insgesamt sieben Umzügen anstand, musste der Sohn eines britischen Berufssoldaten und einer lippischen Mutter lernen, wie er möglichst viel Sachen in einer winzigen Seemannskiste verstauen konnte. Effizienz hieß das Stichwort, das Volker Sim auch heute noch jeden Tag begleitet. Denn als Geschäftsführer des Logistikdienstleisters Skyline Express bringt er die Waren seiner Kunden weltweit auf den Weg. Das macht er natürlich nicht allein, sondern gemeinsam mit einem Team aus mehr als 40 Logistikexperten für Luftfracht, Seefracht und Landverkehr. Dabei soll es aber nicht bleiben. Denn Skyline Express ist auf Wachstumskurs, und auf der Suche nach engagierten Mitarbeitern lässt sich das Unternehmen einiges einfallen. Aber von vorn. Wenn Volker Sim gefragt wird, ob ihm die Leidenschaft für Logistik in die Wiege gelegt wurde, zögert er. „Eigentlich hatten es mir die Naturwissenschaften angetan und ich wäre auch als Chemiker oder Physiker glücklich geworden.“ Das Problem: Trotz hervorragender Noten blieb ihm ein naturwissenschaftliches Studium verwehrt. Der Vater verließ die Armee und so fehlte die finanzielle Grundlage für eine akademische Karriere. Was nun folgte, war eine Phase der Neuorientierung und des Ausprobierens. Ein Praktikum bei einem Steuerberater und in der örtlichen Sparkasse lösten bei dem jungen Volker Sim aber keine Begeisterungsstürme aus. „Erst als ich bei einer Spedition Praxiserfahrung sammeln durfte, habe ich richtig Feuer gefangen“, erinnert sich Sim. Weiter geschürt wurde dieses Feuer durch die Möglichkeit, in dem Betrieb eine Ausbildung zum Speditionskaufmann zu starten. Was nun folgte, waren Monate und Jahre, in denen Volker Sim viele noch heute wichtige Fähigkeiten und Talente entwickeln konnte. Eigeninitiative wurde belohnt und der Azubi hatte wortwörtlich alle Hände voll zu tun, musste Container selbst entladen oder einen 7,5-Tonner durch das beschauliche Lipperland fahren. „Da konnte ich so richtig mit anpacken und wusste von nun an, dass Logistik das ist, was ich machen möchte!“ Ganz nebenbei lernte er, dass scheinbar langweilige Tugenden wie Zuverlässigkeit, Loyalität und Fleiß der Preis der Freiheit sind – vor allem dann, wenn einem Vorgesetzte ihr Vertrauen schenken sollen. „Noch heute lasse ich meinem Team viele Freiheiten, weil ich überzeugt bin, dass diese Freiheiten nicht ausgenutzt werden.“

Unternehmer auf Umwegen

Nicht zu einem privaten, wohl aber zu einem beruflichen Umzug kam es dann 1988. Denn mit der kleinen Firma Air Sea Cargo (ASC) fand Volker Sim ein neues berufliches Zuhause. „Heute würde man den Betrieb wohl ein Start-up nennen.“ Schon bald wurde der Anfang-20-Jährige mit 20 Prozent an dem Unternehmen beteiligt und war „stolz wie Oskar“. Doch auch in Volker Sims Leben ging es nicht immer nur steil nach oben. Kaufmännische Fehler des Haupteigentümers führten den Betrieb in die Pleite. Nur mit viel Glück kam der Lipper ohne Verluste aus der Geschichte raus. Und wie das mit Geschichten so ist: Irgendwann sind sie auserzählt und es ist Zeit, das nächste Kapitel zu schreiben. „Natürlich war das eine harte Zeit“, betont Volker Sim. „Aber ich habe dabei auch unschätzbare Erfahrungen gesammelt und hatte die Chance, noch einmal von vorn anzufangen.“ Ein BWL-Studium und sieben weitere Jahre als Mitgesellschafter in der ersten eigenen Unternehmung bildeten schließlich das Fundament, auf dem Sim im Jahr 2000 Skyline Express gründete. Und zumindest diese Erfolgsgeschichte ist noch lange nicht auserzählt.

Von Lage nach Las Vegas

Denn 21 Jahre später hat sich Skyline Express längst als Logistikdienstleister einen Namen gemacht – und zwar weit über die Region hinaus. „Wir sind tatsächlich weltweit für unsere Kunden unterwegs, transportieren Stahlträger in die USA, Bier nach Hongkong oder Fingerfood nach Dubai.“ Eine Tatsache, die auch den Arbeitsalltag bei Skyline Express auszeichnet, denn: „Unser Arbeitsalltag ist alles, nur nicht alltäglich“, behauptet Sim. Entsprechend flexibel und vor allem neugierig müssen die Mitarbeiter sein, wenn sie bei Skyline einsteigen und aufsteigen möchten. Einer, der genau das geschafft hat, ist Deniz Polat, der sich innerhalb weniger Jahre bis zum Vertriebsleiter hochgearbeitet hat und nun nationale und internationale Kunden aus der Industrie und anderen Branchen betreut. „Was mir an Skyline gefällt, ist die Abwechslung. Ich habe hier jeden Tag Kontakt zu Menschen aus aller Herren Länder und aus ganz verschiedenen Kulturkreisen.“ Außerdem beschränke sich Skyline nicht wie viele andere Betriebe auf nur eine Logistikleistung, sondern bietet von der Luftfracht über die Seefracht bis hin zum Landverkehr alles an, was die Kunden bräuchten, um ihre Waren weltweit ans Ziel zu bringen. Und dieses Ziel kann durchaus auch Las Vegas sein. Denn in die Stadt des Glücksspiels wird nicht nur Ware transportiert, auch an Netzwerkveranstaltungen mit Kunden und Partnern nimmt Skyline jedes Jahr teil. „Und da der Grand Canyon quasi um die Ecke liegt, haben wir dieses Naturschauspiel in unsere Reiseroute mit aufgenommen“, erinnert sich der Vertriebsleiter. Doch natürlich habe die Corona-Pandemie hier einiges verändert. Schließlich lassen sich auch Viren nicht von Grenzen aufhalten.

Logistik ist, wenn man trotzdem lacht

Was so eine globale Pandemie für die Logistik bedeutet, hat Anna Kunz seit 2020 täglich erlebt. Die gebürtige Lipperin ist mit für den Seefracht-Export verantwortlich und betreut Kunden jeder Größe und Branche. „Logistik bedeutet vor allem, dass man Herausforderungen löst und manchmal auch scheinbar Unmögliches möglich macht. Durch Corona mussten auch wir häufig umdenken und neue Wege gehen. Wenn dann noch ein Containerschiff den Suezkanal verstopft, wird es richtig spannend.“ Situationen, die man eigentlich nur mit jeder Menge Humor bewältigen kann. Dieser sei nicht nur wichtig für den Umgang mit Kunden und Kollegen, sondern vor allem auch ein gutes Mittel, um stressige Phasen besser auszuhalten, ist Volker Sim überzeugt. Der Druck in der Branche sei enorm. Termine müssen eingehalten, Gefahrgut sicher transportiert und selbst hochkomplexe Projekte schnell abgeschlossen werden. Nicht jeder sei diesem Druck gewachsen und so komme es teilweise zu absurden Situationen, wenn selbst einige Wettbewerber mehr versprächen, als sie einhalten könnten. „Logistik ist nichts, was man mal so nebenbei macht“, betont der Skyline-Geschäftsführer. „Leider gibt es viele Betriebe, die genau wie wir alles aus einer Hand anbieten wollen, aber dafür gar nicht die Kompetenz im Haus haben.“ Skyline wolle diesen Weg nicht gehen, sondern setze lieber auf ein Personal-Recruiting, das genau die Fachkräfte anziehe, die Skyline für komplexe Projekte brauche.

Gestalter gesucht

Das Problem: Wie viele andere Branchen leidet auch die Logistik unter dem Fachkräftemangel. Junge Talente können sich den Arbeitgeber daher oft aussuchen. Und auch erfahrene Experten für Luftfracht, Seefracht oder Landverkehr sind nicht so leicht zu finden. „Ein gutes Gehalt lockt keinen mehr hinter dem Ofen hervor“, ist sich Volker Sim sicher. Viel wichtiger seien eine moderne Unternehmenskultur und vor allem eine langfristige Perspektive. Neben Gimmicks wie einem Massagestuhl für die Mitarbeiter, einem Billardtisch oder der Möglichkeit, den eigenen Hund mit ins Büro zu nehmen, möchte Skyline daher mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten überzeugen. Regelmäßige Fortbildungen und Einzelcoachings sind nur zwei Beispiele. „Mir ist egal, ob jemand als Azubi bei uns angefangen hat, schon seit vielen Jahren in der Logistik arbeitet oder als Quereinsteiger zu uns kommt“, betont Sim. „Viel wichtiger ist mir, dass die Einstellung stimmt. Und wenn das der Fall ist, ist auch eine Position im Management kein unerreichbares Ziel.“

Heute schon an morgen denken

Später kommt oft früher, als man denkt, und so beschäftigt sich auch Volker Sim mit der eigenen Unternehmensnachfolge. In den kommenden zehn Jahren soll diese so weit geregelt sein, dass der Lipper das Ruder übergeben kann. „Schön wäre jemand, der keine Angst davor hat, Risiken einzugehen, und Lust hat, der Skyline-Erfolgsgeschichte noch einige spannende Kapitel hinzuzufügen.“

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