City Personalmanagement: Jobplattform von Vater und Sohn

Mit INJO wollen Rolf und Niklas Müller die Stellensuche auf eine neue Ebene heben.

Geschäftsführer Niklas Müller mit Vater Rolf Müller (v.r.) (© Frank Wiedemeier)
Geschäftsführer Niklas Müller mit Vater Rolf Müller (v.r.) (© Frank Wiedemeier)

Ein Hauch von Silicon Valley weht derzeit durch den Mönchengladbacher Nordpark. Mit der City Personalmanagement GmbH schickt sich ein niederrheinischer Mittelständler an, die Welt der sozialen Netzwerke zu erweitern. Konkret geht es um eine Jobbörse, „die auf ihre Art und Weise einzigartig ist“, sagt Niklas Müller, Geschäftsführer des verantwortlichen Unternehmens mit Büros an der Heinz-Nixdorf-Straße und Sitz an der Webschulstraße. Gemeinsam mit seinem Vater Rolf Müller, der seit Jahrzehnten erfolgreich in der Personalbranche tätig ist, hat er das Konzept erdacht sowie mit Unterstützung von Marketing- und IT-Profis aus den nahen Niederlanden realisiert. Geplant ist, dass sich zum Jahresende bereits zahlreiche Arbeitgeber und -nehmer auf www.injo-jobs.de oder auf der entsprechenden App begegnen. Im Internet laufen bereits professionelle Werbevideos, gedreht in Mönchengladbach mit namhaften Schauspielern, um auf das neue Werkzeug gegen den Fachkräfte- und Personalmangel aufmerksam zu machen. Hinter dem Team liegt ein Jahr Vorbereitung. Schon vor dem Startschuss wurde ein sechsstelliger Eurobetrag investiert. „Wir freuen uns sehr, dass es jetzt endlich losgehen kann“, so Rolf Müller.

Eine virtuelle Gemeinschaft

Das INJO-Grid ist nach Angaben der Gründer die erste soziale Jobbörse in Deutschland, „in der Unternehmen und Jobsuchende eine virtuelle Gemeinschaft bilden“. Zwar liege ein Fokus auf der Stellenvermittlung, mindestens ebenso wichtig sei aber auch der soziale Ansatz, wie man ihn von namenhaften Plattformen wie LinkedIn und Xing kenne, so Niklas Müller. „Diese Kombination ist einzigartig.“ Das Grid-System im Zeichen der Biene und ihrer Waben arbeitet mit einem sogenannten Hashtag-Matching-System (beispielsweise #FachinformatikerSystemintegration oder #KeyAccountManager). Die Plattform ist offen für sämtliche Branchen, für Handwerk, Dienstleistung und Industrie. Praktika und Lehrstellen sollen ebenfalls vermittelt werden. Für Jobsuchende, auf der Plattform „Talente“ genannt, ist das Tool kostenlos. Unternehmen wiederum zahlen einen Monatsbeitrag, um alle Kapazitäten des Portals zu nutzen; vor dem 31. Dezember 2021 ist der gesamte Service inklusive der Platzierung von Stellenanzeigen jedoch gratis. „Für einen besonders schnellen und unkomplizierten Start lassen sich vorhandene Profile von bestehenden sozialen Plattformen importieren“, betont Rolf Müller.

Ein Vorteil: Zeitersparnis

„Bei vielen Portalen beansprucht der Bewerbungsprozess viel Zeit, da man ein Profil, einen Lebenslauf sowie ein Motivationsschreiben vorbereiten muss“, sagt Marketing-Spezialistin Dana van Maurik. „Diese Dokumente müssen der Bewerbung als Anlage beigefügt werden, ehe diese final abgeschickt werden kann – das nimmt mitunter Stunden in Anspruch.“ Bei INJO sei das private Profil hingegen binnen weniger Minuten online. Sowohl Unternehmens- als auch Privatprofile auf INJO bieten die Möglichkeit, neben dem schriftlichen Lebenslauf auch ein Image-Video oder eine andere visuelle Präsentation zur eigenen Person hochzuladen. „So lässt sich ein persönliches Bild formen“, erklärt Dana van Maurik. Unternehmen können Talente liken, teilen und archivieren. Mit einem Lebenslauf, heruntergeladen als PDF, ist eine firmeninterne Vorauswahl möglich, noch ohne vorher Kontakt aufgenommen zu haben. Bei einem potenziellen Match können die Kandidatinnen und Kandidaten via Direct Message kontaktiert werden. Besteht beim Gegenüber Interesse, lässt sich mit einem Klick ein Zoom-Meeting organisieren. „Auch dafür müssen die Beteiligten die INJO-Umgebung nicht verlassen“, sagt Niklas Müller. „Lästiges Wechseln zwischen Webseiten, Apps und E-Mail-Konten gehört der Vergangenheit an.“ Das Portal richtet sich zwar zunächst vor allem an Unternehmen und Talente in Deutschland. Da jedoch bereits eine englische Version verfügbar ist, steht auch einem weltweiten Austausch nichts im Wege. Die Profile lassen sich rund um die Uhr verwalten und an den aktuellen Stand anpassen – zum Beispiel nach einer Weiterbildung. Unternehmen wiederum können Kandidatinnen und Kandidaten zeitnah über den Bewerbungsprozess sowie finale Entscheidungen informieren. „Auch das bringt Geschäftsführungen und Personalabteilungen eine enorme Zeitersparnis“, findet Rolf Müller. 

Viel Erfahrung im Personalbereich

Die Gründerstory von Vater und Sohn basiert auf viel Erfahrung in den Bereichen Personalrecruiting, Arbeitnehmerüberlassung sowie On-Site-Management. Hinter der City Personalmanagement GmbH steht die Citywork Mönchengladbach, die vor allem für die Branchen Lebensmittel, Logistik und Druck tätig ist. In der Arbeitnehmerüberlassung zählen beide Firmen aktuell rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein gutes Dutzend Profis kümmert sich um die Verwaltung. Citywork-Niederlassungen gibt es in Nürnberg und Offenburg. „Unser Herz aber schlägt am Niederrhein“, so Rolf Müller. Die Mehrzahl der Kunden sitzt im Raum Mönchengladbach und Viersen. An ihrem Kerngeschäft wird die Familie weiterhin festhalten – auch wenn die Nutzerzahlen ihrer neuen Plattform durch die Decke gehen sollten. Die Aussichten auf einen großen Erfolg stehen nicht schlecht. Denn welches Unternehmen klagt nicht über Fachkräfte- und Personalmangel? Ihrem Motto wollen die Müllers auch bei ihrem Sprung ins Digitale treu bleiben: „Der Faktor Mensch steht in unserem Geschäft immer im Mittelpunkt“, betont Niklas Müller.

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