Innen und außen schön:

Zukunftsweisende Architektur Made in Herford.
(© Patrick Pantze Images)
(© Patrick Pantze Images)
Sie sitzen im Zentrum einer mittelgroßen Stadt in OWL, aber ihr Schaffen strahlt in die ganze Republik: Bundesweit fällt immer wieder der Name „archwerk“, wenn es um Ärztehäuser und große Gesundheitsimmobilien geht. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich hier ein echter Schwerpunkt für das Team um Heike und Karsten Monke gebildet. Seit Karsten Monke das Büro im Jahre 2003 gründete, ist es kontinuierlich gewachsen. Ihm selbst ist die Leidenschaft fürs Bauen schon mit in die Wiege gelegt worden. „Der Zementgeruch war bestimmt meine zweite Sinneswahrnehmung nach der Muttermilch“, so Karsten Monke. „Ein Großteil meiner Familie stammt aus dem Baubereich, vom Handwerker bis zum Bauingenieur war alles vertreten. Ich war von Kindesbeinen an immer mit auf Baustellen unterwegs.“ Auch er selbst hat eine handwerkliche Ausbildung absolviert, ist gelernter Dachdecker. Anschließend durchlief er die Ausbildung zum Bau- und Computerzeichner ebenso erfolgreich wie die zum staatlich geprüften Hochbautechniker und studierte dann Architektur in Münster und Detmold. „Gerade in jungen Jahren hat mir die handwerkliche Grundlage sehr geholfen“, erinnert sich Karsten Monke. „Mir wurde schon mit 25 die erste Bauleitung übertragen. Wenn man sich da vor Ort durchsetzen will, muss man schon deutlich machen, dass man selbst mit anpacken könnte und genau weiß, worum es geht.“ Eines seiner ersten Projekte steht heute noch als beeindruckende Referenz in Herford: Im Wettbewerb mit weiteren Teilnehmern hatte Karsten Monke gewonnen und wurde mit dem Neubau der städtischen Musikschule betraut. Aufgrund der Topografie musste hier eine Split-Level-Situation im Erdgeschoss geschaffen werden, die jetzt die Foyer- und Verwaltungsebene gliedert. Von außen schon durch die unterschiedlichen Materialien erkennbar, besteht der Baukörper der Schule aus einem horizontalen Riegel mit Unterrichtsräumen und Verwaltung sowie einem darunterliegenden Veranstaltungssaal mit einer raumbegleitenden, raumbildenden Wandscheibe.

Perfekte Aufgabenteilung in der Führungsriege

Heike Monke begann 2007 als angestellte Architektin im Büro und es stellte sich schnell heraus, dass sich die beiden perfekt ergänzten. „Meine heutige Frau hat einen guten und klaren Blick für die wirtschaftlichen Zusammenhänge, wir hatten sehr schnell eine große Vertrauensbasis. Zwei Jahre nach Beginn unserer Zusammenarbeit erteilte ich ihr Prokura und bot ihr wenig später an, Partnerin im Unternehmen zu werden“, erklärt Karsten Monke. Seit 2010 leitet das Paar das archwerk gemeinsam und gründete das Partner-Unternehmen, die archwerk2 Generalplaner GmbH. Seit November 2019 gibt es noch einen weiteren Geschäftsführer: Dipl.-Ing. Peer Gertenbach. „Meine Erfahrungen haben einen klaren Schwerpunkt in den Bereichen Baumanagement und Generalplanung, außerdem war ich viel als Projektentwickler und Planer tätig“, so Gertenbach. Diesen Bereichen widmet er sich nun auch schwerpunktmäßig beim archwerk. Finanzen, Controlling und Marketing betreut Heike Monke, die Akquise sowie Planung und Bauausführung stehen unter der Leitung von Karsten Monke. Ergänzt wird das Geschäftsführer-Team durch Arthur Hildebrandt (Prokurist, Büroleitung) und Vanessa Höcker (Prokuristin, Assistenz der Geschäftsführung). „Die Generalplaner-Gesellschaft ist die ideale Ergänzung zu unserem Architekturbüro“, erläutert Heike Monke. „Gerade Bauherren von großen Projekten, wie wir sie immer wieder übernehmen, wollen nicht viele einzelne Verträge abschließen müssen, sondern lieber einen Generalplaner, einen verantwortlichen Ansprechpartner haben. Neben den Architekten gehören Statiker, Technikfachplaner, Geologen, Brandschützer und viele weitere Fachleute dazu. Ein besonderes Merkmal unseres Unternehmens ist es, dass wir in der Frühphase eines Projektes bereits Wirtschaftlichkeitsberechnungen erstellen. Ganz wichtig auch unser Bereich für Projektentwicklung. Wir decken alle Aufgabenbereiche – von der Projektkonzeption bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe an den Käufer – mit unserem erfahrenen Team ab.“

Vorzeigeprojekt Fürstenau-Carree unter den 50 besten Wohnbauprojekten Deutschlands

Der größte Holzhybridbau in ganz OWL, das Fürstenau-Carree in bester Innenstadtlage Herfords, wurde auch unter der Leitung von Heike Monke realisiert. Barrierefrei, unterschiedlich groß und mit verschiedensten Aufteilungen sprechen die hochwertigen Wohnungen gleichermaßen Familien, Singles und Senioren an. An den Werregärten gelegen, aber doch nur 250 Meter von der Fußgängerzone entfernt, befindet sich das Gelände. Früher stand hier die ehemalige Landeszentralbank. Wer das Glück hat, in einem der drei hochwertigen Einzelgebäude zu wohnen, dessen Blick fällt auf die lichtdurchfluteten Gartenhöfe, die Werregärten oder ganz allgemein ins Grüne. Karsten Monke: „Unser Anspruch war es, hier ein lockeres Quartier mit ganz eigenem Charakter entstehen zu lassen. Von außen betrachtet wird das Ensemble der Häuser durch schützende Hecken, Bäume und Gartenanlagen zusammengefasst. Innen ist individuelles Wohnen möglich: Der außergewöhnliche Grundriss spiegelt sich in attraktiven Wohnungen wider, alle Loggien und Balkone haben einen Blick ins Grüne und auf die Altstadt, die Penthaus-Wohnungen mit ihren luftigen Dachterrassen erlauben eine ganz besondere Sicht über Herford.“ Die Anlage wurde gerade erst von einer Jury unter die 50 besten Wohnbauprojekte des Landes gewählt und ist nominiert für einen Preis, der im Herbst 2021 vergeben werden soll.

Nachhaltige, ökologische Bauweise senkt Energiekosten im Fürstenau-Carree

Mit dem Wohlfühl-Wohnquartier werden die Vorgaben für ein „KfW-Effizienzhaus 55“ erfüllt. „Zwei Gebäudeeigenschaften sind für das Erreichen dieses Standards maßgeblich“, so Karsten Monke. „Zum einen die Höhe des Gesamt-Energiebedarfs und zum anderen die Qualität der Wärmedämmung. Man bewertet das über den Primär-Energiebedarf und den Transmissionswärmeverlust. Das bedeutet, in den gesamten Energiebedarf fließt bei dieser Berechnung auch die Energiemenge ein, die für Gewinnung, Transport und Verteilung des jeweiligen Energieträgers notwendig gewesen ist. Der Wert zum Transmissionswärmeverlust zeigt an, wie viel Energie das beheizte Gebäude nach außen verliert. Das Fürstenau-Carree erfüllt den Standard 55, was bedeutet, dass der Bedarf an Primär-Energie 45 Prozent unter den Vorgaben der EnEV liegt. Dafür gibt es Zuschüsse bzw. Kredite von der KfW.“ Modernste Haustechnik hat das archwerk hier installiert, die Belüftung der Wohnräume ist an eine Wärmerückgewinnung gekoppelt, alle beleuchteten Bereiche sind mit LEDs ausgestattet und sogar die Brems-Energie aus den Aufzügen wird dem Energiekreislauf wieder zugeführt. Die Außenhülle ist hochgedämmt, alle verwendeten Materialien sind besonders hochwertig.

Kernkompetenz im Bereich der Gesundheitsbauten

Über 200 Praxen in Ärztehäusern hat das archwerk mittlerweile schon geplant und realisiert, darunter sowohl die einfache Facharztpraxis mit all ihren Erfordernissen als auch OP-Zentren der höchsten Reinraumstufe (bis hin zur Nuklear- und Strahlentherapie). „Wir haben uns bundesweit als Spezialisten für Bauten im Gesundheitswesen positioniert“, so Karsten Monke. „Gerade entsteht ein 23 Millionen Euro schweres Bauprojekt in Oldenburg unter unserer Leitung und ein großes Ärztehaus in Dortmund. Direkt am Phoenix-See wird dort die größte privat betriebene Nuklearmedizin unseres Landes gebaut. Im norddeutschen Warendorf arbeiten wir auch gerade an einem großen Ärztehaus in direkter Nachbarschaft des dortigen Klinikums. Hier soll eine Strahlentherapie untergebracht werden. Wir haben eine eigene Bunkeranlage im Gebäude geplant, mit zweieinhalb Meter dicken Wänden.“ Spannend ist auch ein Revitalisierungs-Projekt: Aus ehemaligen Shoppingflächen soll ein Gesundheitszentrum werden, mit über 14.000 Quadratmetern Fläche für Arztpraxen. Bei diesem Pilotprojekt sollen im Erdgeschoss noch Einkaufsmöglichkeiten bleiben und ein Kindergarten, das Obergeschoss ist für den Gesundheitsbereich reserviert. „Von der vorhandenen Infrastruktur kann man so profitieren, die Patienten können direkt im Gebäude parken. Betrachtet man die Entwicklung in unseren Innenstädten und die Tatsache, dass es ja überall solche Malls gibt wie diese, könnte das Projekt Vorbildcharakter für andere Städte haben“, erklärt Karsten Monke.

Wohlfühlatmosphäre im Büro stärkt die Kreativität jedes Einzelnen im Team

Die Zahl der Angestellten ist in den letzten 20 Jahren konstant gestiegen, 25 Fachleute der unterschiedlichsten Bereiche gehören heute dazu. „Mein erster Mitarbeiter ist immer noch dabei“, betont Karsten Monke stolz. „Wir legen großen Wert auf Teambuilding und ein gutes Miteinander. Schließlich verbringt man ja mehr Zeit mit seinen Kollegen im Büro als mit den Partnern zuhause. Außerdem erfordert unser Beruf ein hohes Maß an kreativem Denken. Das ist nur in guter Atmosphäre optimal gegeben.“ Jedes Jahr verreist der gesamte Stab gemeinsam für ein paar Tage, um sich in Städten wie London, Madrid, Barcelona oder Kopenhagen architektonisch inspirieren zu lassen. Die neueste Soft- und Hardware ist stets verfügbar und es gibt Raum und Unterstützung für umfassende Weiterbildung. Ein besonders wichtiger Baustein dieses „Wohlfühlkonzeptes“ für die Mitarbeiter ist das selbst geplante und realisierte Gebäude im Herforder MARTa-Viertel. Neben Gesundheitswesen, Hotellerie- und Wohnungsbau ist der Bau von Bürogebäuden nämlich ein wichtiger Teil der täglichen Arbeit im archwerk. Mit dem Lui.House, benannt nach der Luisenstraße, an der es sich befindet, hat sich das Ehepaar Monke einen ganz besonderen Traum verwirklicht.

Kreativ-Schmiede und Treffpunkt im innovativsten Viertel der Stadt

Im MARTa-Viertel, genauer gesagt zwischen dem MARTa-Museum und dem Intercity-Hotel, ist ein Haus entstanden, das das Arbeiten in Herford in mannigfaltiger Weise bereichert. Heike und Karsten Monke hatten das Grundstück im Sommer 2019 erworben und bis Ende 2020 rund 4,3 Millionen Euro investiert. Technisch in jeder Hinsicht auf dem neuesten Stand und mit Blick auf die Zukunft geplant, bietet es ein Umfeld, in dem das Arbeiten Spaß macht. Einzig im zweiten Stock ist eine feste Nutzung vorgesehen, hier haben die archwerk2-Generalplaner-Gesellschaft und das Architekturbüro archwerk selbst mit rund 25 Architekten und Ingenieuren ihr neues Büro bezogen. Die anderen Stockwerke bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten für örtliche Firmen und Selbständige, die Co-Working-Spaces suchen, sowie – dank des Cafés mit attraktiver Außengastronomie – einen Platz, an dem Beschäftigte der Umgebung gerne ihre Mittagspause verbringen. Komplett auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist das Lui.House, das architektonisch wie auch innenarchitektonisch ein besonderes Zeichen setzt. Mit viel Fachwissen und Erfahrung wurde hier geplant und gebaut, aber auch mit Liebe zum Detail. Karsten Monke: „Nehmen wir die besondere Architektursprache des Äußeren als Beispiel. Bei diesem Backsteingebäude haben wir einen Klinker verwendet, der so in dieser Form noch nicht verbaut wurde. Wir haben ihn extra von einem dänischen Hersteller produzieren lassen. Und auch die Innenarchitektur hat einen hohen gestalterischen Anspruch. Wenn man hereinkommt, wähnt man sich eher in einem Vier- bis Fünf-Sterne-Hotel als in einem Bürogebäude. Wir haben viel mit hellen Holzwandverkleidungen gearbeitet und die Decke wurde ebenfalls extra für uns produziert. Mehrere unterschiedliche Lounge-Flächen bieten Rückzugsmöglichkeiten und es gibt einen Raum speziell für ein Powernapping.“ Wer zur Arbeit kommt und beim Hereinkommen das Gefühl hat, in ein gutes Hotel einzuchecken, startet schon mit einem ganz anderen Gefühl in den Arbeitstag.

Totale Nachhaltigkeit – „Wir brauchen nur noch einen Trinkwasseranschluss“

Tatsächlich ist der Trinkwasseranschluss – ein kleines bisschen überspitzt gesagt – das Einzige, was das Lui.House als Versorgungsanschluss noch benötigt. „Wir produzieren unseren eigenen Strom und verwenden eine Tiefen-Geothermie-Anlage“, so Karsten Monke. „Elf Bohrungen haben wir gesetzt und nehmen Solewasser zum Kühlen und Heizen. Eine Bauteilaktivierung sorgt dafür, dass das kalte Wasser durch die Betondecken fließt und so das Gebäude zusätzlich herunterkühlt. Die Lüftungsanlage ist mit hoher Wärmerückgewinnung ausgestattet. Dabei sind viele Dinge so neu, dass es sie sozusagen noch nicht von der Stange gab, sie mussten extra für uns entwickelt werden.“ Die Haltung von Heike und Karsten Monke verkörpert dieses Haus, es zeigt ihr Verständnis von zeitgemäßer Architektur. „Das ist quasi unsere gebaute Visitenkarte“, ergänzt Heike Monke. „Gerade auf die Wahl der einzelnen Materialien haben wir großes Augenmerk gelegt. Man muss wissen, dass nur 20 Prozent der Kosten einer Immobilie die Baukosten sind. 80 Prozent entstehen erst danach. Der Lebenszyklus der Materialien spielt also eine ganz entscheidende Rolle und natürlich die verbaute Technik.“ Absolut auf dem neuesten Stand sind demnach die Be- und Entlüftungsanlage, die betonkernaktivierte Kühltechnik oder die Tiefen-Geothermie-Anlage, die bis zu 100 Meter in die Tiefe geht. Automatisch reagiert die sonnenstandsgeführte Beschattungsanlage, sie kann alternativ aber auch über eine App gesteuert werden. Ebenfalls besonders angenehm: Der eigene Glasfaseranschluss verfügt über eine zentrale Firewall. In den einzelnen Büros können die Lichter durch Gesten gesteuert werden, abgesehen davon gibt es pro Etage ein I-Pad, das die Beleuchtung reguliert.

Co-Working-Spaces im ersten Obergeschoss bieten ideales Arbeitsumfeld

Zehn für sich abgeschlossene und sehr hochwertig möblierte Büros können im ersten Obergeschoss gemietet werden. Jeweils bis zu vier Mitarbeiter haben darin Platz. Zurzeit sind die Büros aber auch begehrt bei all jenen, die im Homeoffice bei sich zuhause keine Ruhe finden. Eine Küche und ein Loungebereich können gemeinschaftlich genutzt werden, dazu gibt es die Möglichkeit, fünf Besprechungsräume im Erdgeschoss anzumieten. Alle verfügen über eine besonders aufwendige Medienausstattung, zwei davon sind außerdem mit hochwertiger Videokonferenztechnik ausgestattet. Die Büros sind nach neuesten arbeitstechnischen Erkenntnissen gestaltet worden. Karsten Monke: „Es sind viele kleine Details, die das Arbeiten hier so angenehm machen: Da sind die Glastrennwand zum öffentlichen Bereich hin, die mit hohem Schallschutz versehen ist, und eine Vorhanganlage, die für zusätzliche Diskretion sorgt. Zudem gibt es elektrisch höhenverstellbare Schreibtische, Bürodrehstühle mit 3D-Technik und eine Akustikdecke.“

Dem Himmel so nah – Creative Lab mit Dachterrasse für Konferenzen und Kultur

Im dritten Obergeschoss befindet sich das Creative Lab, bestehend aus einem 200 Quadratmeter großen Raum, in dem sich professionelle Workshops abhalten lassen und der außerdem ideal für Präsentationen ist. Hier steht eine Medientechnik bereit, die es in dieser Form in ganz OWL bisher noch nicht gibt. Dazu gehört die 100 Quadratmeter große Dachterrasse, von der man einen Blick auf die MARTa-Dachlandschaft und den neuen Käthe-Elsbach-Platz hat. Die Terrasse ist mit einer eigenen Outdoor-Küche ausgestattet und die hochwertigen Outdoor-Möbel laden zum entspannten Ausklingenlassen eines arbeitsreichen Tages ein. Und auch für Kultur ist Platz im Lui.House: Zum allerersten Mal – allerdings coronabedingt nicht vor Live-Publikum – fand jetzt am 27. März ein Konzert in der Lobby statt. Für die Zukunft sind weitere Konzerte, Lesungen und kleine Messeveranstaltungen geplant. Daniela Prüter | redaktion@regiomanager.de

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Ausgabe 01/2021

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