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Schuldneratlas vorgestellt



Die vier Creditreform-Büros in Ostwestfalen-Lippe haben Anfang des Jahres den Schuldneratlas 2017 vorgestellt. Demnach liegt die Schuldnerquote in OWL mit derzeit 9,83 Prozent (nach 9,90 Prozent im Vorjahr) weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt mit 10,04 Prozent (gegenüber 10,06 Prozent in 2016). Vergleicht man die Werte in OWL mit den Gesamtwerten in Nordrhein-Westfalen, so hat OWL wie in den Vorjahren klar bessere Werte zu vermelden. Gleichzeitig zeigt sich ein paradoxes Bild, denn die Zahl der überschuldeten Privatpersonen ist 2017 trotz einer guten wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland insgesamt und auch in Ostwestfalen-Lippe gestiegen. Gemessen an der gestiegen Bevölkerungszahl ist die Überschuldungsquote jedoch leicht gesunken. Im Wesentlichen zeigt sich das Überschuldungsranking in OWL seit Jahren unverändert. Dabei weist der Kreis Höxter traditionell den besten Wert auf (8,42 Prozent). Bielefeld steht mit 11,35 Prozent wiederholt am unteren Ende der Skala. Unverändert hat Marienmünster mit 5,77 Prozent den geringsten Wert in ganz OWL. Zwar sind weiterhin die meisten Schuldner Männer, aber der Anteil weiblicher Schuldner hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Grund hierfür wird sein, dass die Frauen im Rahmen veränderter Lebensformen und Rollenbilder ein verändertes Überschuldungsverhalten entwickelt haben. Das Thema „Altersüberschuldung“ zeigt ebenfalls einen weiter ansteigenden Trend. In der Altersklasse Ü70 müssen nunmehr rund 194.000 Menschen (+12 Prozent zum Vorjahr) als überschuldet eingestuft werden. Im Gegensatz dazu ist die Überschuldung in der jüngsten Altersklasse leicht zurückgegangen.

Ausgabe 01/2018