MIZ Beratergruppe: Sicher durch die Krise

Als einer der im Ruhrgebiet und Rheinland führenden Anbieter im Bereich Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung hat die MIZ Beratergruppe ihren Mandanten in der Corona-Krise konsequent den Rücken gestärkt.

(© Alexandra Höner)
(© Alexandra Höner)

Angefangen hat alles 1982 mit einer kleinen Steuerberatungskanzlei in Essen-Rüttenscheid, in die der heutige Geschäftsführer Wilfried Duesing als Junior-Partner eintrat. Im Jahr 1997 schlossen sich Wilfried Duesing (WP/StB) und Ewald Vielhaus (vBP/StB) zusammen und riefen so die MIZ Beratergruppe ins Leben. Die beiden Gründer waren überzeugt, dass gestaltende Steuerberatung das Potenzial hat, Menschen, deren Ideen und die damit verbundenen Zahlen in Einklang zu bringen. Diese Philosophie bildet die Grundlage für das Leitbild der Beratergruppe „MENSCHEN. IDEEN. ZAHLEN.“ (MIZ). In 25 Jahren ist die Gruppe sowohl personell als auch bezüglich ihrer fachlichen Spezialisierungen sukzessive gewachsen. So bietet die MIZ Steuerberatungsgesellschaft heute gemeinsam mit der WIR Treuhand Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, der WIR Consult Unternehmensberatung sowie der MIZ Rechtsanwaltsgesellschaft an den Standorten Essen, Oberhausen und Ratingen eine umfassende, fachübergreifende Beratung rund um die Themen Steuern und Finanzen. Unter der Leitung elf geschäftsführender Partner betreuen 92 Mitarbeiter überwiegend mittelständische Unternehmen, Freiberufler und Privatpersonen

Ganzheitlicher Beratungsansatz

Die Mandanten der MIZ Gruppe erhalten nicht nur Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Unternehmensberatung und Rechtsberatung aus einer Hand, sondern profitieren zugleich von einer ganzheitlichen Beratung, die ihre individuellen betrieblichen und persönlichen Bedürfnisse, Präferenzen und Rahmenbedingungen stets im Blick hat. Dabei scheut das MIZ-Team auch keine unbequemen Wege und Maßnahmen. So lautete die Handlungsdevise der MIZler im Hinblick auf die Problemstellungen der Mandanten in der Corona-Krise: „Wir handeln jetzt und rechtfertigen uns später!“ Neben betrieblichen und privaten Steuererklärungen, der Finanz- und Lohnbuchhaltung oder der Erstellung von Jahresabschlüssen gehören auch das internationale Steuerrecht sowie die Themen Unternehmens- und Vermögensnachfolge zu den Tätigkeitsschwerpunkten des MIZ-Teams im Bereich Steuerberatung. „Die Themen werden zunehmend komplexer, weshalb die steuerliche und betriebswirtschaftliche Beratung vermehrt Spezialwissen erfordert. Daher braucht es ein qualifiziertes und interdisziplinäres Beraterteam“, unterstreicht Wilfried Duesing, geschäftsführender Partner der MIZ Gruppe. Um die Realisierung der wirtschaftlichen und steuerlichen Ziele seiner Mandanten zu optimieren, zeigt das Experten-Team aus Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern, Rechtsanwälten, vereidigten Buchprüfern und Betriebswirten Gestaltungsspielräume auf, erarbeitet individuelle Konzepte und entwickelt konkrete Handlungsstrategien. Im Bereich Wirtschaftsprüfung reichen die Aktivitäten der MIZ Gruppe von den klassischen gesetzlichen und freiwilligen Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfungen über Gutachten hin zu prüfungsnahen Dienstleistungen. Die Partner der MIZ stehen zudem seit vielen Jahren in engem Kontakt mit den Entscheidungsträgern in den regionalen Kreditinstituten sowie der Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), was einen raschen Informationsaustausch ermöglicht. Seit dem Jahr 2014 bietet zusätzlich das Team der MIZ Rechtsanwaltsgesellschaft eine qualifizierte Rechtsberatung auf den Gebieten Wirtschafts- und Steuerstrafrecht, Steuerstreitführung und -abwehr sowie Compliance an. Insbesondere bei der Erstellung von komplexen Gutachten zu steuerrechtlichen Fragen arbeiten die Juristen der MIZ fachübergreifend mit den Schwester-Gesellschaften zusammen. Die betriebswirtschaftliche Beratung der MIZ beinhaltet die Gebiete Businessplanung, Begleitung von Unternehmenstransaktionen, Sanierungsberatung sowie Interimsmanagement. Darüber hinaus beraten die Experten der MIZ ihre Mandanten u. a. in Hinblick auf Themen wie Digitalisierung, Internationalisierung und Nachfolge.


Wilfried Duesing und Jens Jensen, geschäftsführende Partner der MIZ Beratergruppe, im Interview mit dem REVIER MANAGER.


RM: Herr Duesing, wodurch hebt sich die MIZ Gruppe Ihrer Ansicht nach von anderen Gesellschaften in der Branche ab?

Wilfried Duesing: Unser Anspruch ist es, zu den führenden Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften des Mittelstands im Ruhrgebiet und Rheinland zu gehören. Insofern sind wir weit mehr als ein reiner „Dienstleister“: Dort, wo andere mit der Beratung aufhören, weil bestimmte Gebiete nicht zu den Kernkompetenzen zählen, fängt unsere Beratung an. Das betrifft u. a. komplexe Themen wie Unternehmensverkäufe, internationale Steuerfragen, Strukturierung von Vermögensübertragungen, Krisenmanagement oder Outsourcing im Bereich Rechnungswesen und Personal. Hervorheben möchten wir auch, dass wir uns als Unternehmer auf Augenhöhe mit unseren Mandanten verstehen. Diese Einstellung prägt unser gesamtes Handeln einschließlich unserer Honorar- und Personalpolitik. Mit Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020 kamen Anforderungen auf uns zu, für die wir weder vorbereitet noch ausgebildet waren und für die zunächst auch keine eindeutigen gesetzlichen Regelungen vorlagen. Dennoch oder gerade deswegen haben wir seit Beginn der Krise bewusst nach dem Motto „Wir handeln jetzt und rechtfertigen uns später!“ agiert. Eine Entscheidung, die wir einvernehmlich im Team mit Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwälten sowie ehemaligen Angestellten aus der Finanzwirtschaft getroffen haben.

RM: Was genau bedeutet das in der Praxis?

Wilfried Duesing: Wir haben unseren Mandanten bspw. empfohlen, Zahlungen von Steuern und Sozialabgaben für Mitarbeiter auszusetzen, obwohl die formalen Voraussetzungen dafür noch nicht gegeben waren. Zwei Wochen später entschied die Bundesregierung dann, dass diese Zahlungen aufgrund der Corona-Pandemie gestundet werden dürfen. Diese Entscheidung haben wir vorweggenommen, da wir uns sicher waren, dass die Regierung nicht anders handeln kann, als entsprechend zu entscheiden. Speziell zu Beginn der Krise benötigten unsere Mandanten schnelle Unterstützung mit konkreten Handlungsempfehlungen und proaktiven Entscheidungen und dieser Verantwortung haben wir uns gestellt.

RM: Wie sind Sie in Ihrem Arbeitsalltag konkret vorgegangen?

Jens Jensen: Im Grunde mussten wir täglich die Lage neu bewerten und daraufhin unsere Handlungen und Empfehlungen anpassen. Daher sind wir jeden Morgen per Videokonferenz mit allen geschäftsführenden Partnern zur Lagebesprechung zusammengekommen. Hier haben wir dann gemeinsam Handlungsmöglichkeiten diskutiert und uns in der Vorgehensweise abgestimmt. Parallel dazu haben wir ständig reportet und unsere Mandanten mit tagesaktuellen, fachlichen Informationen sowie unserer Einschätzung der Lage versorgt. Mit einem interdisziplinären Team haben wir für unsere Mandanten die Checkliste „Handlungsbedarf bei Corona“ erstellt und sie umfassend bei der Beantragung von KfW-Förderkrediten sowie bei Gesprächen mit Kreditinstituten unterstützt. Zusätzlich haben wir eigens eine Taskforce bestehend aus einem Wirtschaftsprüfer, einem Steuerberater, einem Sanierungsberater und zwei Assistenten eingerichtet, die nach wie vor aktiv ist und sich ausschließlich darum kümmert, Anträge auf Überbrückungshilfe für die Mandanten zu stellen. Nur durch diese Taskforce war es möglich, dem nahezu täglich veränderten rechtlichen Umfeld und dem Bedürfnis der Mandanten nach einer zügigen Antragsstellung gerecht zu werden. Bislang konnten wir so weit über 200 Anträge mit Fördersummen im hohen zweistelligen Millionenbereich einreichen.

RM: Wie hat es die MIZ Gruppe in der Corona-Krise geschafft, Herr der Lage zu bleiben?

Wilfried Duesing: Aufgrund der zahlreichen rechtlichen Unklarheiten haben wir direkten Kontakt zu den Geschäftsleitungen bzw. den Vorständen der Banken und der KfW aufgenommen und unsere Sichtweise der jüngsten politischen Entscheidungen erläutert, um von den Verantwortlichen ein Feedback einzuholen. Die Erkenntnisse aus diesen Gesprächen flossen dann in unsere tägliche Arbeit und die Beratung unserer Mandanten mit ein. Oberste Priorität hatte in der Corona-Krise, den Unternehmen die Liquidität zu erhalten, was ja mit der Beantragung der KfW-Corona-Hilfen über die Hausbanken einherging. Unsere primäre Aufgabe war es daher, für unsere Mandanten zügig die Voraussetzungen für die Kreditanträge zu schaffen. Dazu gehören ein aktueller Jahresabschluss sowie ein Business-Plan, aus dem der Finanzierungsbedarf hervorgeht. Da die Finanzplanung unter Corona-Bedingungen jedoch ein Novum war, gab es hierfür kein entsprechendes Planungstool, sodass wir selbst ein Tool zur schnellen und übersichtlichen Liquiditätsplanung entwickelt haben. Dieses haben wir dann den Banken vorgestellt und abgeklärt, ob es die Anforderungen erfüllt und alle notwendigen Parameter beinhaltet. Anschließend konnten wir dann die Beantragung der Förderkredite hierüber abwickeln.

RM: Können Sie einmal beispielhaft eine besondere Herausforderung aufzeigen?

Jens Jensen: Eine besondere Herausforderung war der Fall eines Lebensmittellogistikers, der neben der Belieferung von Gastronomie, Kantinen etc. auch die Grundversorgung von Pflegeheimen und Krankenhäusern sicherstellen musste – auch an Wochenenden. Aufgrund des Lockdowns war die Tätigkeit dieses Unternehmens zu 80 Prozent eingeschränkt, weshalb sich ein Großteil der mehreren hundert Mitarbeiter in Kurzarbeit befand. Hier mussten Anträge gestellt und Lohnabrechnungen erstellt werden, die neben den steuerfreien Zuschlägen für Sonntags- und Feiertagsarbeit auch die zutreffende Aufstockung des Kurzarbeitergelds berücksichtigten. Nachdem hieran bereits Kollegen gescheitert waren, konnten wir schnell und fachkundig unterstützen. Das hat auch viel damit zu tun, dass wir sehr arbeitsteilig nach Schwerpunktbereichen arbeiten. Für die Beantragung von Kurzarbeitergeld ist bei uns z. B. ein spezielles Lohnbuchhaltungsteam aus sechs Vollzeit-Mitarbeitern unter der Leitung einer Personalfachfrau mit Mittelstandserfahrung zuständig, das sich voll und ganz diesem Thema widmet. Es gibt aber auch Herausforderungen, die in den nächsten Monaten erst noch auf uns zukommen, wie etwa das Thema Schlussabrechnung. Anhand dieser müssen die Antragsteller von Überbrückungshilfen nachträglich belegen, dass sie die Fördergelder auch tatsächlich beanspruchen mussten. Da die Voraussetzungen für die Förderungen mehrmals im Verfahren geändert worden sind, wird es hier sicherlich noch zu Rechtsstreiten kommen.

RM: Konnten Sie der Corona-Krise auch etwas Positives abgewinnen?

Wilfried Duesing: Die Corona-Krise hat in der Gesellschaft für viel Solidarität gesorgt und in der Krisensituation ist man merklich enger zusammengerückt, mit Mandanten und Mitarbeitern gleichermaßen. Zudem hat uns der krisenbedingte Digitalisierungsschub bei unseren Mandanten neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit eröffnet. Durch die Bildung der Taskforce und die Aufgabenverteilung auf unsere Kompetenzteams konnten wir die regulären Beratungsthemen schnell wieder fortsetzen. Auch die Transaktions- und Nachfolgeberatung konnte nach kurzer Starre wieder fortgeführt werden. Weil die Corona-Krise unserem Team über einen langen Zeitraum hinweg ein immenses Arbeitspensum abverlangt hat, möchten wir uns im Sommer im Rahmen eines ganz besonderen Events in Berlin bei der gesamten Belegschaft für ihren außergewöhnlichen Einsatz bedanken.


Aufstellung der MIZ Beratergruppe

4 Standorte in NRW:
- 2 x Essen
- Oberhausen
- Ratingen

Zugehörige Gesellschaften:
- MIZ Steuerberatung GbR
- WIR TREUHAND GmbH
- Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
- MIZ Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
- WIR CONSULT GmbH
- Unternehmensberatung

11 geschäftsführende Partner:
- WP/StB Wilfried Duesing
- RA Oliver Griebsch
- StB Michael Haske
- StB David Hayajneh
- WP/StB Jens Jensen
- WP/StB Frank Jungnickel
- StB Ralf Koch
- RAin Susanne Lensing
- StB/vBP Ewald Vielhaus
- StB Markus Wolff
- RA Sigmund Polutta

92 Mitarbeiter
- darunter Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte
- 10 Auszubildende

Miriam Leschke | redaktion@regiomanager.de

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Ausgabe 02/2022

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