IK Umwelt: Zukunft in Bewegung

Die IK Umwelt hat sich innerhalb weniger Jahre von einem Containerdienst zu einem All-in-one-Dienstleister rund um die Logistik und das Recycling mineralischer Abfälle entwickelt. Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit werden großgeschrieben, wie auch der neue Kommunikationsauftritt des Unternehmens zeigt.

(© Frank Wiedemeier)
(© Frank Wiedemeier)

Wie ein gefräßiges Raubtier beißt sich der Bagger scheinbar mühelos durch die massiven Betonplatten, um den Bauschutt anschließend unentwegt in den Prallbrecher zu schaufeln. Es knirscht und knarzt, doch letztlich müssen auch die größten und stabilsten Bauschuttbrocken nachgeben. Weitere Aufbereitungsschritte folgen und dann türmt sich das Material in großen, geordneten Haufwerken auf dem Betriebsgelände unweit des Rheins.

Jung ... und schon ziemlich groß

IK Umwelt ist ein noch junges Unternehmen, das in NRW in nur wenigen Jahren zu einem der bedeutendsten Dienstleister rund ums Entsorgen von Baustellen und um das Recyceln mineralischer Abfälle avanciert ist. Das Erfolgsrezept: aufeinander abgestimmte Ent- und Versorgung, Just-in-time-Logistik – und Kreislaufwirtschaft. Mit dem neuen Slogan „Zukunft in Bewegung“ wird dieser Fokus jetzt noch deutlicher. Die Bagger am IK Umwelt-Standort in der Düsseldorfer Wiesenstraße haben genug zu tun: Im Minutentakt rollen die dunkelroten Muldenkipper des Unternehmens auf das rund 30.000 Quadratmeter große Gelände und laden immer neue Ladung ab. „Früher ist das ganze Material einfach deponiert worden. Aus den Augen, aus dem Sinn“, berichtet Yannick Hellermann kopfschüttelnd. Er leitet in Krefeld zusammen mit André Raser die Geschäfte von IK Umwelt. Das Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitenden geht einen anderen Weg: Die Maschinen von IK Umwelt zerkleinern, reinigen und waschen den Bauschutt, machen daraus qualitativ hochwertige Ersatzbaustoffe. „Der Brecher zerlegt den Bauschutt in von uns definierte Korngrößen“, erläutert Oliver Demuth, Geschäftsführer der IK Umwelt in Düsseldorf, einen der zentralen Vorgänge. Demuth ist für die Anlagentechnik verantwortlich. Im Anschluss an das Recyclingverfahren können die Kunden die aufbereitete Mineralik als Unterbaumaterial und Tragschichten verwenden. Das ist aktiver Ressourcenschutz, an dem eine moderne Bauwirtschaft heute nicht mehr vorbeikommt.

Kreislaufwirtschaft ist ökologisch und ökonomisch notwendig

Kreislaufwirtschaft am Bau, das ist eines der ganz großen Themen der Branche: Klima- und Umweltschutz, Ressourcenschutz, Erhalt der Biodiversität. Die Mengen, um die es geht, könnten nicht gigantischer sein: Fast 220 Millionen Tonnen mineralische Abfälle sind nach Angaben der Kreislaufwirtschaft Bau – einem Verbund der deutschen Baustoffindustrie, der Bau- und der Entsorgungswirtschaft – im Jahr 2018 angefallen, 14 Prozent mehr als sechs Jahre zuvor. Nur etwa ein Drittel davon wurde recycelt, der überwiegende Rest landete auf Deponien. So kann es nicht weitergehen: Auf rund 28 Milliarden Tonnen schätzt das Umweltbundesamt die in Deutschland verbaute Rohstoffsubstanz. Jedes Jahr werden allein in Deutschland über 500 Millionen Tonnen neue Baurohstoffe der Natur entnommen. Und: Gleichzeitig schmelzen die Deponiekapazitäten dahin. Kurz gesagt: Die Rohstoffe gehen aus und Möglichkeiten zur Depoinierung fehlen zunehmend. „Vom linearen zum regenerativen Wirtschaftsmodell. Nachhaltigkeit ist bei uns keine Diskussion, sondern gelebtes Tagesgeschäft“, sagt Jöran F. Treppschuh. Er ist CEO der IK Umwelt-Gruppe und führt die Aktivitäten der neuen Holdingstruktur. Den Kreislauf zu schließen, darin sieht IK Umwelt seine Aufgabe für heute und für die Zukunft. Das Unternehmen befindet sich dabei auf einem guten Weg. Bis zu drei Millionen Tonnen Mineralikabfälle und Baustoffe schlägt IK Umwelt im Jahr um, immerhin rund 700.000 Tonnen Bauschutt recycelt das Unternehmen jährlich zu gütegesicherten Ersatzbaustoffen. Hinzu kommen etwa 400.000 Tonnen Böden, die IK Umwelt für den Wiedereinbau aufbereitet. Das Team arbeitet täglich hart daran, den Recyclinganteil zu steigern. Es geht um mehr als Recycling, es geht um ein neues Modell, bei dem jeder Schritt des Prozesses überdacht und gegebenenfalls verbessert wird.

Recyclingbaustoffe: Auch hier ist die Zukunft in Bewegung

2023 werden Ersatzbaustoffe noch einmal so richtig Fahrt aufnehmen. Dann tritt die sogenannte Ersatzbaustoffverordnung in Kraft, die erstmals in Deutschland einen einheitlichen Rechtsrahmen für die Verwendung recycelter Baumaterialien schafft. An Rhein und Ruhr werden Kommunen und die öffentliche Hand dann Ersatzbaustoffe verwenden müssen – wo immer das möglich ist. Das schreibt auch das neue Landeskreislaufwirtschaftsgesetz für Nordrhein-Westfalen vor. Wenn Kunden allerdings Primärbaustoffe verwenden müssen – beispielsweise aus bautechnischen Gründen –, hat IK Umwelt auch hierfür Lösungen. Denn das Unternehmen hat neben Recyclingbaustoffen auch eine ganz Reihe von Primärbaustoffen im Angebot: Zum Kernsortiment gehören u.a. Hartkalkstein, Grauwacke, Basalt, Wasserbausteine, Bankettmaterial sowie verschiedene Kies- und Sandarten.

Einst als Containerdienst gestartet

2011 von Unternehmenschef Mirco Illian gegründet, entwickelte sich IK Umwelt seitdem äußerst dynamisch. Das Unternehmen gilt inzwischen als einer der bedeutendsten Rohstoffhändler, Recycler und Logistiker nicht nur in der Region: Die Gruppe mit mehr als 200 Beschäftigten setzt mit ihren acht Standorten in Krefeld, Düsseldorf, Duisburg, Simmerath bei Aachen und in der Eifel mehr als 100 Millionen Euro im Jahr um. Weitere Wachstumschancen bieten z. B. die Hafenstandorte in Düsseldorf und Krefeld. Sie sind trimodal angebunden, können also nicht nur per Schiff, sondern auch per Bahn und Lkw erreicht werden. Die Unternehmen der IK Umwelt-Gruppe sind Mitglieder in der „Entsorgergemeinschaft regionaler Wirtschaftsverkehr“ und mehrfach zertifiziert, u. a. von der Zertifizierungsstelle des Deutschen Instituts für Nachhaltigkeit & Ökonomie in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Sozialkompetenz. Damit tragen sie das Prüfsiegel für „gesicherte Nachhaltigkeit“. Die ist auch wesentlicher Bestandteil der Unternehmensphilosophie, die sich im ganz neuen Außenauftritt niederschlägt. Marco Banzet, IK Umwelt-Geschäftsführer in Simmerath bei Aachen, sind diese Werte sehr wichtig. Zusammen mit seinem Team trimmt er den jüngsten IK Umwelt-Standort auf die Anforderungen einer effizienten Kreislaufwirtschaft und eines umfassenden Umwelt- und Klimaschutzes.

Erfolg durch Integration

Das Erfolgsrezept von IK Umwelt ist die tiefe Integration: „Für sämtliche Leistungen benötigen unsere Kunden nur eine Telefonnummer“, versichert Yannick Hellermann. Entsorgung, Versorgung mit Baumaterialen, Logistik und Recycling sind so aufeinander abgestimmt, dass sich die Kunden ganz auf ihr Projekt konzentrieren können. „Die Größe des Bauprojekts spielt praktisch keine Rolle, wir können alle Dimensionen abbilden“, betont er. Die Bandbreite reicht vom Containerdienst für den privaten Bauherrn bis zur Großbaustelle mit einer Abfuhrleistung von mehr als 5.000 Tonnen an einem Tag. IK Umwelt kann dafür auf einen eigenen Fuhrpark mit über 100 Fahrzeugen und auf Tausende eigene Container zurückgreifen – und auf ein engmaschiges Netzwerk mit Partnern in ganz Deutschland und den Niederlanden. Das bedeutet logistische Unabhängigkeit und Flexibilität. Im eigenen Fuhrpark sind Sattelkipper, 4-Achser und Containerfahrzeuge, die auch für den Transport von kontaminierten Massen- und Sonderabfällen sowie gefährlichen Abfällen zugelassen sind und spezielle Deponien ansteuern. Der eigene Containerdienst in Krefeld-Linn betreibt darüber hinaus eine eigene Annahmestelle für Baumischabfall, Holz, Bauschutt und umfasst eine Vielzahl von Absetz- und Abrollcontainern von sieben bis 36 Kubikmetern. Die Kunden der IK Umwelt-Gruppe kommen hauptsächlich aus Erd- und Tiefbau, Straßen- und Kanalbau sowie aus der Abbruchbranche. Doch auch für die Bauwirtschaft und Bauindustrie sowie für Städte und Kommunen ist die IK Umwelt-Gruppe immer häufiger aktiv. Und: „Wir beliefern auch Betonwerke mit Rohstoffen“, berichtet Volker Jüngerkes, Geschäftsführer am Standort Düsseldorf. „Wer bei uns anliefern oder abholen möchte, kann das machen – sonst erledigen wir das gerne mit unserem großen Fuhrpark.“

Maßgeschneiderte Lösungen

Für jedes Vorhaben erstellt IK Umwelt ein maßgeschneidertes, kostenoptimiertes Entsorgungskonzept. „Natürlich inklusive der nötigen Dokumentationen und Gutachten“, betont Jüngerkes. „Das Abfall- und Behördenmanagement ist Teil unseres Dienstleistungspakets.“ Diese Arbeit hat es in sich, umfasst sie doch u. a. die Auswertung von zuvor geleisteten Erkundungen und Analysen, das Einordnen der Materialien in Verwertungs- und/oder Deponieklassen und das Genehmigungs- und elektronische Nachweisverfahren. IK Umwelt kümmert sich um die bestmögliche Verwertung und hat Nachhaltigkeit und Umweltschutz immer im Blick. Bei recycelbarem Bauschutt fahren die dunkelroten Sattelkipper der Unternehmensgruppe das Material zu einem der Recyclingstandorte in Krefeld, Düsseldorf, Duisburg oder Simmerath. Das ist neues Futter für die gefräßigen Betonbeißer und kraftvollen Prallbrecher des Unternehmens, die daraus ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft hochwertige Ersatzbaustoffe gewinnen.

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Ausgabe 05/2022

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