Das Vermächtnis meines Lebens …

… und andere Bücher, die Sie kennen sollten.
Robert Iger
Das Vermächtnis meines Lebens
Finanzbuch300 S. / 22,99 €


Im Frühjahr 2020 trat Robert Iger nach 15 Jahren überraschend als CEO von Disney zurück. Wie es dazu kam, verrät dieses Buch leider nicht, denn das geschah nach Erscheinen der Originalausgabe. Iger ist der Mann, der den strauchelnden Disney-Konzern ab 2005 wieder nach vorne brachte, Pixar und Lucasfilm integrierte und das lecke Schiff Disney vorm Sinken retten konnte. Dabei war dieser Weg grundlegend nicht vorgezeichnet, selbst seine Nachfolge von Michael Eisner im Jahr 2005 war unsicher. In seinem Buch zeichnet er seinen Karriereweg – weniger seinen Lebensweg. Hierbei sind immer wieder Botschaften zu Führungs- und Management-Ideen in seine Geschichten integriert, sodass es eben keine Business-Biografie ist, sondern es Iger vielmehr um die „Learnings“ aus seiner „Story“ geht. Das alles wird so plastisch erzählt, dass man das Buch schwer weglegen kann.

Gunter Dueck
Heute schon einen Prozess optimiert?
Campus328 S. / 24,95 €


Wenn Sie wissen möchten, was dänische Wildgänse mit Prozessoptimierung zu tun haben und warum man bei einer Sintflut besser eine Arche baut und keine Deiche, dann sollten Sie dieses Buch des ehemaligen Professors und IBM-CTO Gunter Dueck lesen. Ohne dass das Buch zur Satire wird, gelang es Dueck, die Optimierungs-, Digitalisierungs-und Agilitätskultur von Unternehmen ad absurdum zu führen. Dies mit einer guten Portion Philosophie, Empirie, Zynismus und Humor. Sicherlich wird dem einen oder anderen Manager, Personaler oder Projektierer nicht gefallen, was er liest – denn der Spiegel, den Dueck vorhält, beschönigt kein bisschen. Aber er verzerrt auch nicht, selbst wenn es mehr als ein Kopfschütteln beim Lesen gab. Fazit: Lesenswert – wenn Sie sich trauen!

Andrew S. Grove
High Output Management
Vahlen229 S. / 24,90 €


Ein Klassiker der Management-Literatur wurde hier neu aufgelegt. Andrew Grove galt schon zu Lebzeiten als Management-Koryphäe und Vordenker. Der damalige Intel-CEO schrieb dieses Buch bereits Anfang der 80er-Jahre – und es hat bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Bei High Output Management handelt es sich um ein Buch mit diversen Konzepten und nicht um die Umformulierung eines einzigen Konzeptes. Auch wird Management als ganzheitlicher Prozess verstanden und nicht nur als (Personal-)Führung. Es ist eben ein Buch, das von einem Ingenieur geschrieben wurde, der sich als Manager beweisen konnte und die Prozesse betrachtete, und nicht eines aus Sicht eines Ökonomen. Auch nach fast 40 Jahren noch ein grundaktuelles und lesenswertes Buch.

Hastings / Meyer
Keine Regeln
Econ 400 S. / 26,00 €


Hastings und Meyer stellen ein optimales Autoren-Duo dar, das jeden Lesertyp bedient. Hastings ist Mitgründer und CEO von Netflix. Vorher betrieb er ein IT-Start-up. Er schildert Ereignisse und Erlebnisse und erzählt, wie es zum nahezu nicht vorhandenen Regelwerk von Netflix kam. So gibt es z. B. keine Urlaubsregelung bei Netflix. Die von Hastings beschriebenen Parts sind ein klares Storytelling und skizzieren eine Unternehmensführung, die sich erfolgreich entwickelte, auch wenn es Zweifel gab. Meyer als Wirtschaftsprofessorin deutet die Erzählungen von Hastings im wissenschaftlichen und empirischen Raum. Ihre Analysen von Hastings’ Ausführungen sind nüchterner und dienen einem wissenschaftlichen Beleg. Insgesamt eine gelungene Kombination, die erklärt, wie sich das Unternehmen Netflix zu dem entwickeln konnte, was es heute ist. Andreas Kaldewey | redaktion@regiomanager.de
Ausgabe 05/2020